Neokonservative Ziele

von Oliver Stone

Ich verfolge die Situation in der Ukraine seit 2014 mit Robert Parry als meinem Lehrmeister. Ich habe die Brandanschläge in Odessa, die Verfolgungen ohne rechtliche Grundlage und die Ermordung von Journalisten, Bürgermeistern, Politikern und Bürgern verfolgt. Ich habe das Verbot der wichtigsten Oppositionspartei verfolgt, die in den Umfragen besser abschnitt als die Regierung Selenski. Ich war schockiert über den schieren Hass, der sich gegen die russisch-ukrainische Minderheit richtet. Es ist eine lange und traurige Geschichte, die sich aus dem von den USA mit-initiierten Staatsstreich von 2014 entwickelt hat, welcher die Ukraine ihrer Neutralität beraubte und sie lautstark antirussisch machte; in den acht Jahren seither wurden etwa 14 000 unschuldige Menschen in der Ukraine getötet, worüber unsere Medien nicht ernsthaft berichtet haben.
  Ich habe in den letzten Wochen mit wachsender Besorgnis beobachtet, wie Victoria Nuland wieder einmal aus heiterem Himmel auftauchte und die Russen und uns – das Zielpublikum – warnte, dass, wenn die Russen eine wie auch immer geartete nukleare Waffe einsetzen, die Hölle los sein werde. Diese Warnung wurde in den folgenden Tagen von einer Reihe von Regierungsvertretern und Fernsehsendern aufgegriffen, die die gleiche Idee verbreiteten: Russland wird nuklear. Und das alles, nachdem Putin die russische Nuklearpolitik, die im übrigen nicht so aggressiv ist wie unsere nukleare Position, erneut bekräftigt hat. Ich habe mich gefragt, warum dies immer und immer von neuem wiederholt wird. Zunächst gab es all die Anschuldigungen wegen Kriegsverbrechen, die schnell und heftig kamen und ernsthafte Untersuchungen und Beweise erfordern.
  Ich frage mich daher, ob die USA die Voraussetzungen für eine nukleare Explosion mit geringer Sprengkraft und unbekanntem Ursprung irgendwo in der Donbass-Region schaffen, bei der Tausende von Ukrainern getötet werden? Wenn das passiert, Gott bewahre, würden natürlich alle Augen der Welt wie ein Pawlowscher Hund darauf trainiert sein, Russland die Schuld zu geben. Diese Schuld wurde bereits im voraus festgelegt, unabhängig davon, wer den Sprengkörper abschiesst. Dieser Einsatz würde sich mit Sicherheit auf die verbleibenden 50 % der Weltöffentlichkeit auswirken, die nicht dem westlichen Lager angehören. Russland wäre der Satan, der Beelzebub. Bedenken Sie, dass es schwer ist, zu wissen, von wo aus ein nuklearer Sprengsatz abgefeuert wird, insbesondere in einer schnelllebigen Situation wie diesem Krieg, in dem Russland offenbar jedes noch so absurde Verhalten vorgeworfen werden kann. Es würde wahrscheinlich ein paar Tage dauern, die Wahrheit herauszufinden, aber die Wahrheit ist nicht wichtig. Die Wahrnehmung ist wichtig, und die USA führen einen Wahrnehmungskrieg mit grossem Geschick und stumpfer Gewalt, indem sie den CNN/Fox-Sender und unsere Satellitenländer in Europa und Asien überschwemmen, wie ich es noch nie erlebt habe.
  Damit wären wir einen Schritt näher an dem, was wir uns von einem weiteren Jelzin erhoffen, der unserem Land eine weitere grosse ideologische und wirtschaftliche Chance eröffnen kann. Aber was noch wichtiger ist, wir isolieren damit China von Russland. Natürlich wäre China das nächste Ziel, wenn Russland fällt. Das ist, glaube ich, das Traumszenario der neokonservativen Anarchisten in unserer Regierung, um das zu schaffen, was sie für eine bessere «regelbasierte Welt» halten.  •

Quelle: Facebook-Eintrag von Oliver Stone am 2.5.2022

(Übersetzung Zeit-Fragen)

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