Eurasia

Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz (MSK) verändern“ e.V., München, den 11.9.2016

Denkmail Nr. 15 - (please see English version below)

Nur umfassend informiert können sowohl wir als Volk als auch unsere VertreterInnen entscheiden, wann und wofür es notwendig ist, „Verantwortung zu übernehmen“ (in den Worten von Bundespräsident Gauck). Umfassend meine ich hier im Sinne von „wissen, wer hat ein Interesse daran, dass das so oder so berichtet wird.“ Mit Verantwortung meine ich Verantwortung nicht im Sinne von Trennung und Gegeneinander, vielmehr im Sinne von gemeinsamem Handeln.

Wenn so ein Gegeneinander in militärischem Eingreifen eskaliert, dann leiden Menschen und das Völkerrecht wird verletzt. Im Krieg geht es nicht um die Sicherheit von Landesgrenzen und die angebliche Sicherheit der Menschen, sondern um die Sicherheit des Status und der Einnahmequellen der globalen Mächte. Diejenigen, die sich zur Weltmacht im Geschäftemachen zählen, profitieren auch von den militärisch-industriellen Interessen, die hinter einem endlosen Konfrontationskurs stecken, der mehr Profit abwirft, als alles andere – für die, die daran verdienen. *)

Demgegenüber ist hervorzuheben

  • · Ein Interesse am Handel, an Wandel und friedlicher Koexistenz mit unseren kontinentalen Nachbarn Russland und China.
  • · Europa soll den Konfrontationskurs nicht weiter fahren, sondern mit Russland in der OSZE Dialog und Zusammenarbeit ernsthaft vorantreiben.
  • · Die Ukraine kann ein neutraler Brückenstaat für den zusammen wachsenden Kontinent Eurasien sein.
  • · Europa soll eine Kooperation mit Russland durch langfristige Rohstoffabkommen eingehen.
  • · NATO und IWF sind nicht „alternativlos“: Es gibt bereits die SCO (Shanghai Cooperation Organization) und die NDB (New Development Bank), aber darüber wird kaum berichtet!
  • · Wir halten in Europa die Distanz zu den „transatlantischen Weltmachtplänen“ der USA aus und möchten das Denken nicht unterstützen, das die Ukraine als das „wehrwirtschaftlich wichtige Donezbecken“ behandelt. *)

Entscheidet Euch für wirtschaftliche Kooperation statt Konfrontation, solange es noch Zeit ist. Mehr Friedensforschende und –AktivistInnen in der MSC würden meine Hoffnung in eine weniger gewalttätige Zukunft nähren.

Wir freuen uns, wenn Sie uns auch Ihre Meinung dazu mitteilen und grüßen Sie.
Gudrun Haas
Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern“ e.V.
Pienzenauerstraße 50, 81679 München
www.msk-veraendern.de

* Wir sind die Guten. Autoren: Mathias Bröcker, Paul Schreyer, Piper Verlag, ISBN 978-3-492-30800-7
Vergleiche auch:
· https://www.securityconference.de/debatte/monthly-mind/detail/article/monthly-mind-juli-2016-das-russland-paradox-vom-richtigen-oder-falschen-umgang-mit-moskau/
· http://www.osce.org/networks/205846?download=true

Die Projektgruppe „Münchner Sicherheitskonferenz verändern“ e. V. braucht die Unterstützung der interessierten Öffentlichkeit, also von Ihnen. Das kann durch ideelle und durch finanzielle Förderung geschehen: Ihre Spende an uns ist steuerlich absetzbar.

Denk-Mail 15 – English version Economic Cooperation in Eurasia Instead of Confrontation

Only if we are comprehensively informed can we as a people and our political representatives decide when and for what it is necessary to ‟assume responsibility” (in the words of President Gauck). Comprehensive I mean here in the sense of ‟knowing who has an interest in something being reported in one way or another”. And with responsibility I mean responsibility not in the sense of division and opposition, but rather in the sense of joint action.

If such opposition escalates to military intervention, people suffer and international law is violated. War is not about safeguarding borders and the alleged safety of people, but about safeguarding the status and revenues of global powers. Those who consider themselves business superpowers also profit from the military-industrial interests behind a course of endless confrontation, which generates more profits than anything else – for those who make money from it. *

alternative 

· An interest in trade and peaceful change and coexistence with our continental neighbors Russia and China.

· Europe should not continue the course of confrontation, but instead promote dialogue and cooperation with Russia in the OSCE seriously.

· Ukraine can be a neutral bridge in a Eurasian continent that grows together.

· Europe should establish cooperation with Russia by means of long-term agreements on raw materials.

· NATO and IMF are not ‟without alternatives”: the SCO (Shanghai Cooperation Organization) and the NDB (New Development Bank) already exist, but we hear hardly anything about them!

· We in Europe can keep our distance from the ‟transatlantic superpower plans” of the USA, and do not want to support the way of thinking that treats the Ukraine as the ‟Donez basin that is important for the defense economy”. *
Choose economic cooperation instead of confrontation, as long as there is still time for this. More peace researchers and activists in the MSC would encourage my hopes for a less violent future.
We look forward to reading your feedback about this.
Yours truly,
Gudrun Haas
Projektgruppe ‟Münchner Sicherheitskonferenz verändern” e.V.
Pienzenauerstraße 50, 81679 München
www.msk-veraendern.de

*) Wir sind die Guten [‟We are the Good Guys”], by Mathias Bröcker & Paul Schreyer, Piper Verlag, ISBN 978-3-492-30800-7
See also:
· https://www.securityconference.de/en/discussion/monthly-mind/single-view/article/monthly-mind-july-2016-the-russia-paradox-how-to-deal-with-an-aggressive-yet-weak-power-1/

· http://www.osce.org/networks/205846?download=true