Menschen können vom Menschen gemachte Probleme lösen, denn

Welch ein Meisterwerk ist der Mensch! Wie edel durch Vernunft! Wie unbegrenzt an Fähigkeiten! In Gestalt und Bewegung wie bedeutend und wunderwürdig! Im Handeln wie ähnlich einem Engel! Im Begreifen wie ähnlich einem Gott! Die Zierde der Welt! Das Vorbild der Lebendigen!

Das wusste schon Shakespeare vor annähernd 500 Jahren.

Er zeigte uns mit dem Prinzen Hamlet von Dänemark aber auch eine der Depression zugeneigte Persönlichkeit, die trotz ihrer Großartigkeit versagt.
Hamlets Menschenbild ist eines seiner Versagensgründe, so könnte man meinen. Er wird Teil des um sich greifenden Zerstörungsprozesses, den er doch bejammert, wenn er nämlich

“diese Quintessenz von Staub?” verwirft und weiter fortfährt mit dem melancholischen Klagesatz “Ich habe keine Lust am Manne und am Weibe.”

Quelle: Hamlet II, 2. (Hamlet)

Obwohl nicht Verursacher der höfischen Ränke, sondern ihr Opfer, so wird er doch zum verhängnisvollen Mittäter. Schuld daran ist seine Geisteshaltung.

Die machtpolitischen Verhältnisse damals ähneln den heutigen. Zum Verzweifeln und Irrewerden am kriegerisch-barbarischen Geist der Zeit gab es damals wie heute Anlass genug. Die Spionagemethoden der Renaissancezeit waren zwar primitiv, aber nicht weniger allgegenwärtig oder effektiv in ihrer Negativwirkung. Machtstreben, das in Mord und Totschlag ausartete war ein verheerendes Charakteristikum des vermeintlich “goldenen” Elisabethanischen Zeitalters.

Aber trotz aller Ränke und trotz raffiniertester Methoden zur Ausschaltung wirklicher oder vermeintlicher Gegner haben sich die Zeiten schließlich geändert durch das Zutun großartiger humanistischer Denker und natürlich durch die schließlich von ihnen inspirierten Massenbewegungen. Die Geschichte schritt voran. Über frühe bäuerliche Aufstandsbewegungen und große bürgerliche Revolutionen führte der Marsch der Millionen schließlich zur noch größeren Sozialistischen Oktoberrevolution und zum Erfolg der Chinesischen Volksrevolution. Die Befreiungsbewegungen der “Dritten Welt”, der langanhaltende Sieg des kleinen kubanischen Exempels, das weit bis nach Lateinamerika hinein wertvolle Früchte trägt, sie alle sind inspiriert vom Genius der Vernunft, die dem Menschen und nur dem Menschen eignet.

Besinnen wir uns immer wieder auf diese Vernunft und vergegenwärtigen wir uns die Folgen der Unvernunft im Großen wie im Kleinen. Es sind nicht nur die Großen die die Weltgeschichte determinieren.

von Irene Eckert am 25. 10. 2013