presse@diplo.de

 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

 

im vollen Verantwortungsbewusstsein  der unheilbringenden deutschen Geschichte gerade auch gegenüber unzähligen  jüdischen Menschen, fordere ich Sie auf, Ihre völlig unhistorische, einseitige, die geopolitischen Fakten ignorierende Haltung zum neuerlichen verheerenden Angriff auf ein eingesperrtes, wehrloses   1,7 Millionen Volk im  Gazastreifen zu korrigieren.

 

Im Namen der Kinder von Gaza bitte ich Sie, kehren Sie um  und werden Sie Ihrer Verantwortung als Frau und Regierungschefin  eines einflussstarken Landes gerecht. Beenden Sie die bedingungslose Unterstützung der völkerrechtswidrigen, kriegerischen und  kolonialen Besatzungspolitik der israelischen Regierung, mit der unser Land freundschaftlich verbunden ist. Handeln Sie der Tatsache eingedenk: Unsere Geschichte verpflichtet uns in besonderer Weise diesmal als ethisch fühlende Wesen zwischen Unterdrückern und Unterdrückten zu unterscheiden. Im Zeichen  des  von unserer Regierungspolitik einst verantworteten Holocaust  sind wir  Heutigen in besonderem Maße  dafür  verantwortlich, neuen völkerrechtswidrigen Verbrechen Einhalt zu gebieten. Frau Kanzlerin Merkel, auch Sie werden sich eines Tages vor Geschichte rechtfertigen müssen. Sie machen sich mitschuldig, wenn sie nicht darauf pochen und ihren Einfluss geltend machen, dass  Menschen- und Völkerrecht  zu respektieren ist auch  von der israelischen Regierung gegenüber den Bewohnern von Gaza.

 

Ich möchte Ihnen und Ihrer Regierung hiermit zu Bewusstsein bringen: Sie sprechen  derzeit nicht in meinem Namen! Die  israelische Staats- und Regierungspolitik darf nicht in machiavellistischer  Manier Grundlage für deutsches Regierungshandeln sein.

 

Irene Eckert, Studienrätin (Politische Weltkunde/Geschichte) i.R.