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”Am 5. März 1946 entdeckte Winston Churchill, abgewählter Staatschef einer niedergehenden Kolonialmacht, von neuem die ‘bolschewistische Gefahr’. Der große Vernichtungskrieg gegen Russland war kaum für den Faschismus erfolglos zu Ende, da fordert der Brite von amerikanischem Boden aus, in Fulton, Missouri, ein antisowjetisches Bündnis gegen die ‘immer stärker werdende Herausforderung und Gefährdung der christlichen Zivilisation’ durch den russischen Kommunismus. In Amerika setzte eine sowjetfeindliche Kampagne ein. Alle Völker wurden von der Furcht vor einem dritten Weltkrieg ergriffen.”

So urteilen 1946 die US-amerikanischen Top-Investigativ-Journalisten Michael Sayers und Albert E. Kahn.

Senator Pepper aus Florida lobt ihren Beitrag zum Frieden am 16. Mai 1946 im Madison Square Garden in New York bei der Versammlung der Kriegsveteranen wie folgt: „Es gibt ein Buch über Russland, das ich für das wichtigste dieser Tage halte. Es sollte die weitest mögliche Verbreitung finden. Es ist gebotene Lektüre für jeden amerikanischen und für jeden britischen Staatsmann. Aus dem selben Grund sei es jedem Bürger unserer beider Länder anempfohlen. Der Titel der vierhundert Seiten starken Publikation lautet ‘Die große Verschwörung gegen Russland’.

Ähnliche öffentliche Würdigungen erfuhr die Arbeit in der ‘New York Harald Tribune’, in den ‘Chicago News’, in der Zeitschrift ‘Newsweek’. Das Werk wurde bald in viele Weltsprachen übersetzt und erzielte hohe Auflagen. Kein Wunder, es ist gut recherchiert, top aktuell und liest sich wie ein Thriller. Nach 1953 allerdings wurde die Schrift indiziert. Wie so viele wertvolle Zeitdokumente wurde sie Opfer der Hexenjagd auf Linke und Demokraten. Später sollten gar Historiker der DDR und führende westdeutsche Kommunisten die inzwischen vergessene Publikation als “Machwerk” , beziehungsweise als “Auftragsarbeit Stalins” denunzieren. So weit kann Gehirnwäsche gehen.

Gehirnwäsche kann aber auf Dauer nicht die materielle Kraft des Faktischen aushebeln.
Spätestens an den Vorgängen in der Ukraine im Frühjahr 2014 erkennen wir: Der Faschismus, der gewalttätige Antipode von Sozialismus und Demokratie erhebt wieder sein blutiges Haupt. Noch einmal scheint es leider so, als ob die akademisch gebildete Kaste erneut versage. 1
Vergessen scheinen heute die Warnungen, die ein deutscher Dichter von Weltrang nach der Erfahrung zweier Weltkriege so formulierte:

Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
Dass keiner uns zu früh da triumphiert
Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das kroch2

Der Poet Bertolt Brecht hatte angesichts von Wiederbewaffnung und NATO-Anschluss, angesichts von atomarer Aufrüstung und neuer kalter Kriegshetze gegen Sowjetrussland die weiterbestehenden Wurzeln des Faschismus als Gefahrenherd ausgemacht. Seine Mahnung war 1951 in Form eines offenen Briefes an die deutschen Künstler und Schriftsteller gerichtet und hörte sich so an:

Das große Karthago führte drei Kriege
Nach dem ersten war es noch mächtig
Nach dem zweiten war es noch bewohnbar
Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden

Deutsche Schriftsteller warnen

Der renommierte Sückeschreiber und Stalinpreisträger Brecht warf damals seine ganze Kraft in die Waagschale der Weltfriedensbewegung. Sein Kollege Thomas Mann , der Literaturnobelpreislaureat von 1929, vormals konservativer Republikaner, hatte nach 1945 das Wort vom „Antikommunismus als Grundtorheit der Epoche“ geprägt (ak 429: “Vom fortschrittlichen Interesse her”). Kritik gegenüber dem rund um den Globus geschätzten Staatsmann Stalin ist von ihm nicht bekannt. Der Marschall der Sowjetunion galt den Antifaschisten als Repräsentant einer Nation, die den Faschismus besiegt hatte. Der deutsche Roman-Autor hielt im Goethejahr 1949 auch in Weimar eine öffentliche Ansprache und brach ein Klassen-Tabu. Er wurde im Westen dafür entsprechend gemaßregelt. Ähnlich war es etwa der Schauspielerin Marlene Dietrich ergangen. Ihre Weigerung, Hitlerdeutschland zu dienen, verzieh man ihr nicht. Thomas Manns antifaschistisches Vermächtnis, der Epochenroman Roman „Doktor Faustus“, ist in (West-)Deutschland wenig gelesene Lektüre.
Der dem berühmten Thomas jetzt nicht mehr ganz so „Fremde Bruder“ Heinrich war 1949 bereit, die Präsidentschaft der Akademie der Künste in Berlin/DDR zu übernehmen. Die Nazis hatten ihm den Ehrentitel entzogen. Keine antikommunistischen Ressentiments trübten jetzt dem einstigen Ehrenmitglied der SPD die Sinne. Die Bruderkinder Erika und Klaus Mann kämpften in der US-Armee als Aufklärer gegen den NS-Staat. Ähnlich wirkte ihr Schriftstellerkollege Stefan Heym. Sein Roman „Kreuzfahrer” im Westen als “Bitterer Lorbeer“ erschienen 1949, legt von Heyms antifaschistischer Propaganda-Arbeit Zeugnis ab. Das umfangreiche Ouevre ist bei uns weitgehend unbekannt. Dem recht bekannten Literaten wurde von den Ageordneten Respektlosigkeit bekundet, als er 81jährig den 13. Deutschen Bundestag nach der historischen Wende als Alterspräident eröffnet hat. Die ablehnende Haltung galt einem Verfolgten des NS-Regimes, der nach dessen Niederlage die DDR der Bundesrepublik als Zufluchtsland vorgezogen hat.
Das gegen den Faschismus gerichtetete Vermächtnis weiterer großer deutscher Kulturschaffenden wurde endgültig mit dem Erbe der DDR und ihrer sozialistischen Verbündeten entsorgt. Die größte Bücherverbrennung aller Zeiten besteht in der Vernichtung des Buchbestandes der DDR in der “Nachwendezeit”. In den USA fand in der McCarthy-Ära der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts schon eine ähnliche Säuberung statt. Auch das eine Erblast des Faschismus. Der ‘Antifaschismus der DDR’ wurde als ein ‘verordneter’ abgetan und abgelegt.

Bedrohliche Faschisierung der Deutschlandpolitik nach der Münchner SIKO 2014

Spätestens mit der als ‘Sicherheits’-Konferenz etikettierten Münchner SIKO wurde in diesem Winter vor allem eines deutlich: Den deutschen Faschismus hat es so wenig gegeben, wie die DDR sozialistisch gewesen sein darf. Die DDR war der Verbrecherstaat und nicht etwa NAZILAND. Unser schon längst wieder kriegsbereites, wiedervereinigt erstarktes Wunderland ist das beste Deutschland, das es je gab. Vom “Mehltau einer Friedensbewegung” müssen wir uns laut Gauck, Steinmeier, von der Leyen und den zu Diensten stehenden Denkfabriken befreien. Deutschland soll nach Meinung dieses Trios wieder bewaffnete Verantwortung in die Welt tragen. Friedliebende Staaten wie Syrien, in deren Auge Terror-Regime , soll unser Militär konsequenter Weise entwaffnen helfen. Selbst “Linke” Politiker halten auf Grund ihrer Fehlbeurteilung derartige Auslandseinsätze für hilfreich. „Tumbe Glücksduseligkeit“ und die Weigerung für’s Vaterland sterben zu wollen, müssen folgerichtig einer Haltung des Strammstehens und des Allzeitbereitseins weichen3. Das gilt nicht nur beim Militär, sondern auch an der Arbeits- und gar erst recht an der Medienfront. Weg also weg mit dem Acht-Stunden-Normal-Arbeitstag, mit Gewerkschaftsrechten oder gar demokratischer Mitbestimmung. Brutalisierung und Abstumpfung gegen jegliche Form von Unrecht, ist angesagt. Stigmatisierung, Diffamierung und wer weiß, was noch, von jedem, der da ausschert, ist das Gebot der Stunde.

Wer aber im eigenen Überlebensinteresse wissen will, was da mit uns wieder einmal gespielt wird und in wessen Interesse, der muss den Faschismus begreifen wollen. Faschismus und Krieg, das sind die zwei Seiten einer Medaille. “Hitler wählen bedeutet Krieg”, das wussten die Kommunisten der Zwanziger Jahre und davor haben sie eindringlich gewarnt. Tausende gaben damals ihr Leben um beides zu verhindern. Die Aufgabe ist aber bis heute ungelöst und bleibt daher eine Herausforderung für uns Nachgeborene. Die dramatische Verkennung dieser uns gestellten Aufgabe führt zu verhängnisvollem Opportunismus. Solche politische Blindheit führt zur Anbiederung an die jeweils Mächtigen dieser Erde, zum Ausschlagen nach allen Seiten hin, zum Wegbeißen kritischer Stimmen. Die wahnwitzige Gleichsetzung von Opfern und Tätern hat eine fatale Lähmung der Friedenskräfte zur Folge. Das gegenwärtig schon wieder eingekreiste Rußland und seine auf Vernunft gründende Außenpolitik, die dem Weltfrieden dient, wird auf eine Ebene mit den Faschisten in Kiew gestellt. Aus der sogenannten Friedensbewegung heraus werden die Russen für genauso kritikwürdig befunden wie der diese Gewaltpolitiker stützende Westen. Den Faschismus am Horizont will man nicht sehen.

Faschismus – Antipode, nicht Spießgeselle des Sozialismus

Dieser Faschismus war und ist aber in jeder Hinsicht der Gegner von Friedenspolitik und ganz entschieden der Gegner des Sozialismus. Bis in die frühen 80er Jahre des Vorjahrhunderts hinein galt gar der Terminus ‘Frieden’ als kommunistische Vokabel. Die dümmliche, aber brandgefährliche Gleichsetzung von Braun, der Farbe des Abschaums und Rot der Leuchtfarbe des Lebens ist weiter wirkender, folgenreicher Unsinn. Mit der schon hier Täter und Opfer gleichsetzenden Formel Rot=Braun wurde Wahrheitsverdrehung der folgenreichsten Art eingeführt. Das war möglich, weil der Faschismus auf Grund seiner schier unbegrenzten ökonomischen Machtmittel auch über den Einsatz von Sprache und Geist gebieten kann. Da, wo er regiert, sind Wahrheitsfindung und Wissenschaft verpönt. Wissen hat sich dem Kapital dienstbar zu erweisen, auch wenn damit die Realität auf den Kopf gestellt wird. Nur für naturwissenschaftlich-technische Zusammenhänge gilt das nicht ganz. Obwohl auch auf diesem Gebiet die gemeingefährliche Realitätsverleugnung keine Ausnahmeerscheinung ist. Während der Faschismus also die Demokratie negiert und ihren Sinn verkehrend, diese mit Füßen tritt, bedarf der Sozialismus eines wissenschaftlich fundierten Weltbildes und der tatkräftigen Mitarbeit aller Bürger einer Gesellschaft. Wenn eine Gesellschaft, die sich sozialistisch nennt, diese basiale Erfahrung negiert, dann ist sie zum Untergang verurteilt.

Der deutsche Faschismus nun war und ist, trotz seines Namens, weder national, noch sozial, noch demokratisch. Er diente niemals der Verteidigung nationaler Belange, sondern gehorcht den Vorgaben der internationalen Monopolisten. Sein Wesen ist überall zutiefst asozialer, inhumaner Natur, basiert er doch auf der Versklavung und Ausplünderung der Massen zu Hause und in der Welt. Grundelemente einer echten Demokratie, selbst faire Wahlen sind ihm fremd. Völlig zuwider sind ihm aber Bürgerbeteiligung, Mitbestimmung, offene, für jedermann einsehbare Entscheidungsprozesse. Ein hohes Bildungsniveau seiner Bürger kann er nicht gebrauchen.
Mit Faschismus und Sozialismus verhält es sich also wie mit Feuer und Wasser. Da der Sozialismus in Europa weitestgehend ausgelöscht wurde, erhebt sein Antipode, der Faschismus, wieder bedrohlich sein Haupt. Diesmal sozusagen präventiv. Die Ausplünderung der Massen und die Demütigung ganzer Nationen hat ein Ausmaß erreicht, das langfristig ein Widerstandspotential auf den Plan rufen muss. Die Verzweiflung macht die Menschen andererseits anfällig für Demagogen, die allzeit simplistische Lösungen und Feindbilder parat haben. Die Käuflichkeit von Schlägertrupps ist angesichts der Verelendung nicht schwer und tut dann ein Übriges. Solange pseudolinke Opportunisten die Menschen irre führen, statt sie aufzuklären, ist die Gefahr groß, dasss diese erneut den Rattenfängern anheim fallen. Das beweisen die Ergebnisse der jüngsten Wahlen für das Europa-Parlament, die einen deutlichen Rechtsruck ergeben haben.

Was hier Abhilfe zu schaffen vermag, ist das Verständnis für die wahren historischen, geopolitischen und ökonomischen Zusammenhänge. Das Begreifen der Parameter, die zu Faschismus und in seinem Gefolge zum Krieg führen, ist der Schlüssel. Dieser Schlüssel kann uns die Tür öffnen und uns den Weg aus der Abhängigkeit von medialer Gehirnwäsche weisen. Nur Wissen und darauf basierendes Handeln kann uns den Weg zu einem besseren, friedlichen Dasein eröffnen. Die schleichende Faschisierung bei uns zu Hause überwinden, heißt also zu allererst einmal ihr Wesen, ihren Charakter, ihre Herkunft und ihre Zielsetzung erfassen. Nichts an ihr ist irrational. Vielmehr wird faschistische Brutalität von eiskalten Rechnern gesteuert. Aus der Erkenntnis, wer diese „Rechner“ steuert, erwächst dann die nötige Kraft zum Widerstand. Das Bewusstsein dafür, dass dieser Widerstand Erfolg verspricht, wächst mit entsprechendem Zusammenhalt und mit der in den Verteidigungskämpfen gesammelten Erfahrung.

Aufgabe des Faschismus weltweit: Niederhaltung der Massen

Es handelt sich bei der uns gestellten Aufgabe also um das ganz Einfache, das bekanntlich schwer zu machen ist. Der Faschismus ist, wie gesagt, im Kern vor allem eines: Er ist das letzte Instrument in den Händen einer zum Untergang verurteilten Klasse. Er ist die Wunderwaffe in der Hand einer winzigen Minderheit, die sich auf Kosten der übrigen rücksichtslos bereichert. Er ist das ultimative Werkzeug des einen Prozent der Weltbevölkerung, das nicht von der weltgeschichtlichen Bühne weichen will. Es handelt sich bei seinen Finanziers und Manipulateuren um die Kaste der Kriegsgewinnler, der Waffenschmiede, der Finanzaristokraten und Monopolkapitalisten. Diese Herren, aber auch die Damen in Führungsposition, wissen sehr genau, dass ihre Auftraggeber nur als parasitäre Gattung überleben können. Düstere Geschäfte, wie Waffenhandel und Finanzschiebereien, Geschäfte also die nicht den Völkern zugute kommen, lassen sich nur hinter dem Rücken der Menschheit im Dunkeln betreiben. Damit die Massen nicht durchschauen, für welche Zwecke sie manipuliert werden, müssen sie nieder und geistig debil gehalten werden. Die US-amerikanischen Kriegsveteranen gehen davon aus, dass 99% ihrer Mitbürger keinerlei Interesse an der kriegerisch-imperialistischen Aussenpolitik ihres landes haben. Sie rufen diese 99% dazu auf, sich zu widersetzen, Einspruch geltend zu machen. Andererseits wissen die übrig bleibenden „Einprozentler“ natürlich, dass mit solchem Widerspruch langfristig zu rechnen ist. Kaum ein Mensch ist so dumm ist, sich freiwillig das eigene Grab zu schaufeln. Darum handelt es sich aber angesichts der immer weiter gehenden Umwidmung öffentlicher Gelder für Rüstungszwecke und dunkle Bankgeschäfte. Wahrheitsentstellende Demagogie ist auf Dauer nicht ausreichend, wenn die ganze Gesellschaft verarmt und die öffentliche Infrastruktur zerfällt. Einzelne mögen immerhin verzweifelt aus dem Leben scheiden oder passiv dahin vegetieren. Für die Niederhaltung großer verweifelter Massen ist am Ende aber blanke Gewalt erforderlich. Nur mit Hilfe eines einschüchternden und entmutigend wirkenden Drohpotentials können des Lesens und Schreibens kundige Menschen eine Zeitlang daran gehindert werden, sich zusammen zu tun und sich gegen ihre Ausplünderung und Knechtung zu wehren.

Der Faschismus wurde genau zum dem Zweck ins Leben gerufen, das Gattungsleben der Monopolherren und -damen, also von einem Prozent der Profiteure einer falschen Ordnung zu gewährleisten. Die rohe Gewaltpolitik die den Faschismus kennzeichnet, dient der Aufrechterhaltung einer spätbürgerlichen Klassengesellschaft. Siehe in diesen Tagen die Ereignisse in der Ukraine, wo bereits weißer Phosphor seitens der Kiew Führung eingesetzt wird, um den Widerstand im Osten des Landes zu brechen. Der Faschismus ist und war nie ein spezifisch deutsches Phänomen. Er ist vielmehr eine spätbürgerliche, antidemokratische Herrschaftsform. Er ist ursprünglich die Klassenantwort des Kapitals auf die erfolgreiche Oktoberrevolution gewesen.

Mit Hilfe von vierzehn Interventionsarmeen hat man bekanntlich 1918-1922 erfolglos versucht, dem Roten Oktober das junge Leben auszuhauchen. In Nachkriegs-Deutschland wüteten zur gleichen Zeit die schwarze Reichswehr und die Freikorps. Auch sie waren bezahlt von interessierter, kapitaler Seite, um Experimenten, wie denen in Russland, frühzeitig den Garaus zu machen. Auch die bald entstandenen Schlägertrupps der SA waren beauftragt, mit “Kommunisten und ähnlichem Gesindel” in Deutschland aufzuräumen. Das entsprechende Feindbild lieferten die ebenfalls angeheuerten Schreibtischtäter.

Sabotage, Spionage, Subversion und Brachialgewalt, alles faschistisches Urgestein

Gleichzeitig mit der Brachialgewalt, die sich stets nur bedingt im Sinne ihrer Auftrageber nutzbar machen läßt, weil sie auch ungewollte Soldiarisierungserfolge mit sich bringt, Widerstand hervortreibt, die Auftraggeber entlarvt, erkannte man als viel wirkungsmächtiger die Instrumente der Sabotage und der Suberversion. Ein „linkes“ internationales Spionagenetzwerk wurde aufgezogen, bereits in den zwanziger Jahren. Zu deren Meisteragenten gehörten Leo Trotzki und seine Leute. Solche rechtsgestrickten Militärs wie Reinhard Gehlen, der Leiter des Nazi-Spionagedienstes ‘Fremde Heere Ost’, kamen zur NS-Zeit hinzu. Ersterer wurde in Mexiko – laut New York Times – von Jacson, einem Mann aus den eigenen Reihen, ermordet. Das wollten die Hintermänner dieser Kreise nicht gelten lassen. Später schoben der SPIEGEL und andere ‘Leitmedien’ auch diesen Mord dem Erzbösewicht Stalin in die Schuhe. R. Gehlen, der NS-Meisterspion, wurde nach 1945, von den Amerikanern gebrieft und zum Aufbau des BND angestiftet. Seine Aufgaben in Pullach blieben nach seinem US-Aufenthalt dieselben: Spionage Sabotage, Subversion, Installierung trojanischer Pferde, Zerstörung des Aufbauwerks der Sowjets.

Nachdem der wichtigste Garant für die Zerstörung des Sozialismus, nämlich Hitlerdeutschland, erst einmal schachmatt gesetzt war und der Hauptakteur tot, wurde sofort nach Roosevelts ‘unerwartetem’ Tod mit einer neualten Strategie begonnen. Schon der Abwurf der beiden Atombomben, von Deutschland aus befehligt, zielte symbolisch auf die Sowjetunion. Beginnend mit der berüchtigten Fulton Rede vom zu Hause abgehalfterten Winston Churchill, wurde dann von den Vereinigten Staaten aus der ‘Kalte Krieg’ gegen Sowjetrussland so richtig eröffnet. Anfang 1946 begann eine ideologische Schlacht von bis dato unbekanntem Ausmaß, gerichtet gegen den Alliierten von gestern. In den Staaten und in ihrem weltweiten Einflußbereich wurde die Hexenjagd auf Kommunisten und alles, was man dazu machte, eröffnet. Zu den ersten Opfern gehört das junge jüdische Physikerpaar, Ethel und Julius Rosenberg. Die Eltern kleiner Kinder wurden gnadenlos und ohne schlüssiges Beweismaterial auf dem elektrischen Stuhl exekutiert. Keine Weltpresse, die da „Antisemitismus“ geschrien hätte. Selbst Roosevelt wurde in jenen Tagen posthum als “dreckiger Kommunist” beschimpft. Man verzieh dem populären Staatsmann niemals sein strategisches Bündnis mit Stalin, genauso wenig wie man ihm die sozialdemokratische Politik seines “New Deal” nachsah. Die Bezeichnung „Kommunist“ war bald mit Hilfe raffinierter PR-Agenturen zum Unwort des Jahrhunderts umgestanzt worden. Der „Stalinist“ wurde dann zu dessen ultimativer Steigerungsform. Diese Beschimfpfung wurde auf jeden angewandt , der in der SU noch irgendetwas Gutes zu sehen vermeinte. So einer galt von Stund an als Verteidiger von systembedingter Unmenschlichkeit.

Der Faschismus will die Ausrottung des Sozialismus auch über den Weg seiner Verunglimpfung

Bereits 1946 hatte man es also hören, sehen und fühlen können: Der Faschismus war nicht endgültig besiegt worden. Er hatte nur eine heftige Niederlage eingesteckt. Seine Macher und Nutznießer haben seither einiges dazu gelernt. Neue Strategien wurden entwickelt, ohne die alten aufzugeben. Derselbe Lernprozess fand nicht gleichermaßen auf Seiten der zur Vernichtung vorgesehenen Sowjetmacht statt. Das lag nur zum Teil an der naiven Treuherzigkeit vieler Kader. Von Anfang an waren die mutigsten und die am weitesten blickenden Kommunisten ins Visier der Kapitalistenklasse geraten. „Schlagt ihre Führer tot“ so hatte die frühfaschistische Parole gelautet. In Deutschland fielen gemäß dieser Losung Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und viele, viele engagierte und gute Menschen zum Opfer. In Russland begann die Ausschaltung des Führungspersonals mit dem Attentat auf Lenin im August 19184. An den Spätfolgen der vergifteten Kugel verstarb der große Revolutionär 1922. Viel zu früh für sein Land und für den geknechteten Teil der Menschheit. Vorher war schon der Leiter der Petrograder Tscheka, Uritzki, ermordet worden5 und davor im Juni der Volkskommissar für das Pressewesen Wolodarski und nicht zu vergessen der deutsche Botschafter in Russland, Mirbach. Die Täter waren Sozialrevolutionäre, sprich geheimdienstlich beauftragte Terroristen6. Die Morde waren als Auftakt für einen Umsturz geplant. Der nächste große Schlag traf Kirow, die rechte Hand Stalins. Die Nummer zwei der Sowjetunion wurde am 1. Dezember 1934 von einem trotzkistisch inspirierten Attentäter beim Verlassen seines Büros im Smolny Institut hinterrücks erschossen. Unzählige weitere Humanisten in Führungspositionen folgten diesen Revolutionären der ersten Stunde. Nicht immer geschahen die Morde so unverhüllt. Herzinfarkte, falsche Medikation waren raffiniertere Methoden zur Beseitigung von Menschen, die der sozialistischen Umgestaltung treu ergeben waren. So wurden zum Beispiel Maxim Gorki und sein Sohn beseitigt. Die Täter und ihre dafür verantwortlichen menschewistisch-sozialrevolutionären-trotzkistischen Hintermänner lasteten auch diese Opfer am Ende Stalin an. Nach Lenins Tod galt dieser Sohn kleiner Leute aus Gori als Erzfeind der Kapitalistenklasse.
Der verbrecherische ‘Kommissarbefehl’ Hitlers galt genau demselben Zweck wie die oben genannten Morde: Ausmerzung einer wertetreuen, dem Sowjetvolk verpflichteten Führungsmannschaft. Am Ende einer langen Kette gelang es den kapitalhörigen Leuten auch noch Stalin selbst auszuschalten. Er war schon lange im Visier gewesen und führte die Liste der Todeskandidaten an. Ein vielleicht künstlich erzeugter Schlaganfall, der stundenlang unbehandelt blieb, versetzte dem fast 75jährigen den immer noch verfrühten Todesstoß. Die Verräter waren in seine engste Umgebung eingedrungen. Man hat ihn einfach liegen lassen, ohne einen Arzt zu rufen. Zuvor hat der erfahrene, kriegsgestählte Staatsmann noch seine Mitabeiter gewarnt: „Ihr seid blind wie junge Kätzchen.Was werdet ihr ohne mich machen? Unser Land wird zugrunde gehen, weil ihr es nicht versteht, Feinde zu erkennen.“ Leider sollte der Generalismo auch diesmal recht behalten.
Man hat seine Warnungen nicht gefahrlos in den Wind geschlagen. Das bald um sich greifende Gefasel von systemarer Annäherung im Zeichen der Konvergenztheorie und dergleichen folgenschwere Verharmlosungen trugen bittere Früchte.

Rufmord und Verleumdung, eine der wichtigsten Kampfmethoden des Faschismus

Der eigentliche Todestoß galt dem geistigen Erbe der sowjetischen Lichtgestalt. Drei Jahre nach Stalins Tod putschte sich Chruschtschow, ein übrig gebliebener Parteigänger Trotzkis, endgültig an die Spitze der Sowjetgesellschaft. Seine Gegner wurden rasch beseitigt. Der von den Trotzkisten verhaßte Chef des Sicherheitsdienstes, Berija, wurde nach Anordnung Chruschtschows, ohne langen Prozess erschossen. Er war es, der Methoden anwandte, die er später seinem Kontrahenden unterschob. Sofort nach Stalins Tod 1953 wurden sozialistische Errungenschaften abgebaut, wurden Maßnahmen befehligt, die bald zu größerem Unmut führen mussten. So etwa geht auch der “Aufstand” der Bauarbeiter vom 17. Juni 1953 an der Stalin-Allee gegen die Normerhöhung, bald zum Volksaufstand hochstilisiert, auf Chruschtschows Weisung zurück. Die Arbeitsnormen waren auf neu-sowjetischen Befehl hin erhöht worden. Angeblich um die Reparationszahlungen rascher begleichen zu können, in Wirklichkeit um die Sowjets und deren Freunde in Misskredit zu bringen7. Dringende, anderslautende Empfehlungen der DDR-Regierung hatte man in Moskau ignoriert. Das war dann der Beginn der 35 Jahre später so “friedlich” verlaufenen (Konter-)Revolution.

Chruschtschow ein Spießgeselle der faschistischen Zerstörungsarbeit

Es handelte sich beim selbstherrlich auftretenden Staatschef Chruschtschow der Nach-Stalin Zeit um denselben Mann, der die Moskauer Untergrundbahn zu verantworten hat und der sich in der Ukraine als besonders tüchtiger „Trotzkistenjäger“ hervorgetan hatte. Auf sein Konto ging so manche ungerechtfertige Beseitigung redlicher Kommunisten in den 30iger Jahren und später.8 Der Mann konnte sich alles erlauben, er hatte mächtige Gönner im Ausland.
Chrutschtschows nachgeschobene, den Genossen aufoktroyierte Rede auf dem 20. Parteitag der KPDSU 1956 eröffnete das posthume Feuer auf Stalin. Das Manuskript dazu stammt höchst wahrscheinlich aus der Feder des CIA. In den USA wurde es immerhin zuerst veröffentlicht. Im Lande der Sowjets distanzierte sich Chruschtschow zunächst von dieser ‘streng geheimen’ Schmuggelware. Auf diesem von Chruschtschow in undemokratischer Manier – durchgepeitschten Rede-Beitrag, der nicht disktuiert werden konnte, basiert die ganze verlogene Stalinhetze der nachfolgenden Jahre. Es hat , trotz der martialischen Schützenhilfe von außen, Jahrzehnte gedauert, den Ruf des großen Staatsmannes Stalin grundlegend zu erschüttern. Anlässlich seines Todes versammelten sich zunächst fassungslose Millionen Sowjetmenschen auf dem Roten Platz in Moskau und fragten “Was soll jetzt werden?” Wegen mangelnder Voraussicht der neuen Herren im Kreml kam es, vielleicht sogar nicht ganz ungewollt, zu Todesopfern unter den Trauernden, die von Stalin Abschied nehmen wollten.
Auch in anderen Teilen der Welt weinten viele um den toten Sowjetführer. In Frankreich war Staatstrauer angesetzt. Menschen in der ganzen Welt beklagten das Ende des großen Repräsentanten einer großartigen Nation. Die Sowjetunion war in den Augen der Welt die Nation, die den Kampf gegen Hitler unter Anleitung ihres begabten Militärstrategen Joseph Vissarionovich Djugahsvili erfolgreich geführt hatte. Der Übername „STALIN“ – der Stählerne war ihm von seinen Mitstreitern schon früh gegeben worden.

Wer es nach Chruschtschows Parteitags-Rede am 24. Februar 1956 noch wagte, gegen das ab jetzt verordnete STALIN-Bild9 Einwände zu erheben, wurde ziemlich rasch zum Schwiegen gebracht. Unerwartet starben hintereinander die Internationalisten, Maurice Thorez und sein italienischer Kollege Togliatti. Am Ende eines langen Prozesses war das vom Imperialismus angepeilte Ziel erreicht. Das einst hohe Ansehen des Staats- und Parteiführer aus Georgien war jetzt dermaßen in den Schmutz gezogen, dass kaum ein ehrlicher Mensch sich mehr getraut, desssen Namen überhaupt in den Mund zu nehmen. STALIN gilt heute dem größten Teil der Menscheit als ‘Gottseibeiuns’. Die realen Verhältnisse wurden auf den Kopf gestellt. Der armselige neue Staats-und Parteichef brachte sie bald zum Tanzen.

Chruschtschow, Stalins Erzfeind, war es, der nach dessen Tod ganz rasch Fakten schuf. Die strategisch wichtige Krim “verschenkte” er – folgenreich – an seine Freunde in der Ukraine. Er handelte unter Umgehung einer demokratischen Entscheidungsfindung, vermutlich auf Empfehlung seiner Einflüsterer. Er ging an die Grundlagen der Sowjetwirtschaft. So löste er die für die kollektivierte Landwirtschaft so basialen Traktoren-Maschinenparks auf.

Chruschtschows widersprüchliche und oft peinliche Auftritte und seine allmähliche Auslieferung des großen Sowjetlandes in die Hände seiner Gegner, wurden 1964 vorerst gestoppt. Die Unterminierung der Sowjetunion von innen her war aber zu diesem Zeitpunkt schon weit vorangekommen.
Die giftigen Früchte seiner Arbeit gingen dennoch erst unter Gorbatschow so richtig auf und wurden dann von Jelzin und Konsorten gepflückt. Der ihm nachfolgende populäre Präsident Putin allerdings hat der Demontage und dem Ausverkauf des immer noch großen Russland vorerst Einhalt geboten. Er leistet damit dem Frieden in der Welt große Dienste. Das Rad der Geschichte kann aber auch er nicht zurückdrehen, will es vielleicht auch nicht. Putins Widerstand gegen den Ausverkauf seines Landes, seine Verteidigung nationaler Interessen reichen aber dem Imperium aus, um in dem Mann einen neuen Stalin oder auch einen neuen Hitler auszumachen, alles gleich. Das eine, dem Untergang verschriebene Prozent mobilisiert jeden denkbaren Widerstand gegen den Russen, der ihren strategischen Plänen im Wege ist. Denn die großen Schätze des weiten Reiches wollen in kolonialer Manier für ein Umsonst gehoben werden. Die neualten Imperial-Mächten, wozu unser Land sich zählt, machen solche Ansprüche wie selbstverständlich geltend. Für den Zugriff auf die Rohstoffe und Märkte Russlands ist ihnen kein Einsatz zu hoch. Es gibt, wie man in Syrien und jetzt in der Ukraine sieht, kein Verbrechen, das sie nicht bereit sind zu begehen. Für die Ausplünderung des ressourcenreichen, weiten Russland ist ihnen kein Preis zu hoch.

Deswegen, um seine Vormachtstellung zu verteidigen gegen jeden potentiellen Herausforderer, kriecht der Faschismus immer wieder aufs Neue hervor. Er will die Welt beherrschen.

Ihm Einhalt gebieten, heißt also zu allererst seine Natur, seinen Auftrag verstehen, heißt Opfer und Täter unterscheiden lernen, heißt mit seinen verbrecherischen Lügenmärchen aufzuräumen. Erst dadurch kann der Aufbau einer neuen Gegenbewegung erfolgreich sein und so diesmal für immer mit dem Zwillings-Monster Faschismus und Krieg aufräumen.

Ein Analyseansatz von Irene Eckert 16.06. 2014 (wird fortgesetzt)
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Anfang einer umfänglichen, kommentierten Literaturliste.

Zuverlässige Aussagen über die Sowjetunion zur Stalin-Zeit findet man kaum noch nach 1953!
Will man einen ehrlichen, unverstellten Blick auf die der Zeit 30iger vierziger oder frühen fünfziger Jahre werfen, gilt es, Zeugnisse von Zeitgenossen der Aufbaujahre zu konsultieren. Um an alte Bücher zu kommen hilft oft nur, Antiquariate zu durchforsten.

Dimitrov – A Biography“ von Stella Blagoyeva, New York 1934 Die wunderbare Originalausgabe der Dimitrov-Biografie ist das Werk einer Zeitgenossin und Revolutionärin. Ich habe es aus dem Nachlaß von Genfer Freunden. Demgegenüber erscheinen einemdie im Jahr 2000 im Aufbauverlag posthum erschienenen „Tagebücher Dimitrovs“ samt Materialien als Plagiat.
Man möchte Georgi Dimtrovs Wort vor dem Leipziger Gericht all jenen entgegenschleudern, die in Nachfolge der Nazis die Kommunisten immer noch fürchterlicherer Verbrechen bezichtigt haben: „Bringt jene vor Gericht, die uns Kommunisten auf die Anklagebank setzen unter der Anschuldigung solch schmutzige Geschäfte wie die Inbrandsetzung des Reichstagsbrandes betrieben zu haben.“(S.88) : „Die Aufgabe der Kommunisten besteht darin, das Millionenheer der schwer schuftenden Menschen dafür zu mobilisieren, ihre Tagesinteressen gegen die Ausplündeung durch das Monopolkapital zu verteidigen, gegen Faschismus, Notstandsdekrete, gegen Nationalismus und Chauvinismus durch Demonstrationen, durch politische Streiks. Die sozialdemokratisch orientierten Massen sind zu gewinnen, die Schwäche der Gewerkschaften zu überwinden…“(S.108 ,Übersetzung I. Eckert) So definiert Dimitirov die anstehenden Aufgaben und Taktiken kämpferisch vor einem NAZI-Gericht .

Lion Feuchtwanger, Moskau 1937 – Ein Reisebericht für meine Freunde, Berlin 1993. Das Buch ist leider in der Neuauflage mit negativ konnotierenden, nachgetragenen Anmerkungen und einem entsprechend unschönen Nachwort vom Herausgeber versehen (Aufbau Taschenbuch Verlag). Feuchtwanger gibt eine differenzierte, einfühlsame Darstellung, die sich überzeugt von der Schuld der Angeklagten Trotzkisten äußert, deren Prozess er vor Ort mitverfolgen konnte.

20 Jahre Sowjetmacht – Ein Handbuch über die politische, wirtschaftliche und kulturelle Struktur der UdSSR, Editions Promethee, Straßburg, 1937, 319 Seiten, Autorenkollektiv unter der Redaktion von G. Friedrich, F. Lang (aus der „Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung Zürich“ mit Stempel „ausgeschieden“ , antiquarisch für 20.- Euro! im Roten Antiquariat Berlin erstanden)

Henri Barbusse “STALIN“ – eine neue Welt, Paris 1937, Editions du Carrefour, übersetzt ins Deutsche von Alfred Kurrella. Henri Barbusse war mit 40 (!) Kriegsfreiwilliger im 1. Weltkrieg, wurde weltberühmt durch seinen Antikriegsroman „Le Feu“ (Das Feuer), schrieb unter anderem zwei Jesus-Romane über die Verleumdung des Erbes dieses Mannes („Jesus“ und „Die Judasse des Jesu“), gründete nach dem Krieg den Frontkämpferbund, hat die ganze Welt bereist, zuletzt die Sowjetunion, wo er starb. 1932 er die großen Schriftsteller der Welt in Amtsterdam zu einem „Antifaschistischen Kongress“ zusammengerufen. Die Literaturnobelpreisträger Roman Rollaind und Anatol France haben ihn wohlwollend unterstützt.
Mit seinem Stalin-Buch über den Sowjetführer würdigt Barbusse vor allem auch die großen Aufbauleistungen des Sowjetvolkes. Bis zum unerwartet plötzlichen Tod des Autors arbeitete dieser an einem Filmprojekt über die Sowjetunion.

Max Seydewitz, “Stalin oder Trotzki”, Malik Verlag, London, Februar 1938, gedruckt in der Tschechoslowakei, 512 Seiten.
Max Seydewitz * 19. Dezember 1892 in Forst (Lausitz); † 8. Februar 1987 in Dresden war Politiker verschiedener linker Parteien (unter anderem SPD) und Ministerpräsident von Sachsen. 1924 wurde Seydewitz in den Reichstag gewählt, 1931 aus der SPD ausgeschossen. Das Buch gibt einen sehr guten Einblick in so grund verschiedenen Charaktere und das diametral entgegengesetze Wirken der beiden Politiker.

Annette Vidal , Henri Barbusse, 1955, Verlag Volk und Welt . Die Sekretärin von Barbusse, die ihn bis zuletzt begleitet hat, setzt dem Schaffen des Schriftstellers, Kriegsgegners und Antifaschisten ein Denkmal.

Hewlett Johnson (Dean of Canterbury) “The Socialist Sixth of the World”, London Dec. 1939 by Victor Gollancz (Erstveröffentlichung), Juli 1942, sechzehnausendste Auflage . Ein wunderbar positives Buch eines Kirchenmannes, der die große Sowjetunion mehrfach vor und nach dem Kriege weit bereist und auch mit Stalin gesprochen hat.

Bericht über den “Kongress für Amerikanische-Sowjetische Freundschaft” (1943/44)
Die Broschüre fand sich (undatiert) im Nachlass eines kanadischen UN-Beamten in Genf. Der Zeitpunkt der Erscheinens der Broschüre mit den Dokumenten liegt zwischen dem Herbst 1943 und dem Jahr 1944. Joseph E. Davies, der ehemalige Botschafter der USA in Sowjetrussland, der im übrigen als Jurist auch die Moskauer Prozesse beobachtet hat, war Ehrenvorsitzender des Kongresses im Madison Square Garden, New York. Er brachte eine bemerkenswerte Entschließung ein, in der es anfänglich heißt:
“Über unseren großartigen Botschafter, Maxim Litvinov, den wir mit Stolz heute hier ehren, übermitteln wir unsere Grüße an Joseph Stalin, den Premier und gleichzeitigen Oberbefehlshaber der Streitkräfte des sowjetischen Volkes. Unsere Grüßen gehen auch an die übrigen Vertreter der Sowjetregierung, die es auf beeindruckende Weise verstanden haben, alle menschlichen und materiellen Ressourcen ihrs großen Landes zu mobilisieren und sie für die Verteidigung des humanen Fortschritts und der menschlichen Zivilisation in Stellung zu bringen.” US-Vize-Präsident Wallace hielt eine historische Rede, die im Kongressbericht enthalten ist. Der Kongressvorsitzende Corliss Larmont sagte: “Die epische Tapferkeit und die unvergleichliche Einheit des Sowjetvolkes im Krieg gegen den faschistischen Eindringling, ist nicht plötzlich vom Himmel gefallen am 22. Juni 1941, sondern hat ihre Wurzeln in dem Neuen Leben, zu dem die Sowjetmenschen erwacht sind, nachdem sie ihre Ketten am 7. November 1917 abgeschüttelt haben.” Er unterstrich, dass Wallace, angeregt hatte, das Datum der Okoberrevolution neben dem 4. Juli, als Meilenstein auf dem Wege der Menschheit in die Freiheit zu erachten. Bürgermeister La Guardia den 1943 den 8. November zum “Stalingrad-Tag” erklärt.

Jessica Smith, “People Come First”, New York, 1948
Jessica Smith kam 1922 mit der Quäkerhungerhilfe erstmals in das schwer heimgesuchte Land der Sowjets. Sie arbeitete 2 Jahre lang in der Wolga-Gegend. 1926 kehrte sie in den Kaukasus zurück, wo sie mit einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe aus den USA den Sowjetischen Bauern agrarwirtschaftliche Methoden vermitteln half. 1935 besuchte sie die Krim , die Ukraine und den Ural. 1947 reiste sie mit ihrer Kollegin Anna Louisa Strong (sowjetfreundliche Journalistin und Buchautorin, z. B. „When Servs stood up“ über Tibet) zurück in ihre Heimat. Ihr Buch ist ein liebevoller Bericht über die Leistungen des Sowjetvolkes.

Falsification of History – text of a communiqué issued by the Soviet Information Burea, Moscow, February, 1948, published by the information Bulletin of the Embassy of the Union of Soviet Socialist Republics,Washington D.C. Wiederlegung der diffamierenden Darstellung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes aus sowjetischer Sicht.

Michael Sayers und Albert E. Kahn, “Die große Verschwörung gegen Russland”, Verlag Volk und Welt 1949
Originalausgabe: “The Great Conspiracy Against Russia by Michael Sayers and Albert E. Kahn, Authors of “Sabotage”, Special Introduction by Senator Claude Pepper, New York Feb. 1946

A.M. Pankratowa, Das Sowjetland – Die Vergangenheit des Sowjetlandes 1917-1947, SWA-Verlag, Berlin 1947, (309 Seiten)

Isaac Deutscher, Stalin – a Political Biography 1949, Oxford University Press
Der Brite polnisch-jüdischer Herkunft, Isaac Deutscher war Mitherausgeber der bedeutenden Zeitschrift „ The Economist“. Er ist zwar nicht objektiv, aber er lässt seinem Kontrahenten doch ein Minimum an Gerechtigkeit widerfahren. So wollte es wohl der Zeitgeist der unmittelbaren Nachkriegszeit. Das Buch enthält erstaunliche Informationen, die man heute so nicht mehr findet. (Das Original stammt aus dem Nachlass von Genfer Freunden.)

“Unserem Freund und Lehrer J.W. Stalin Zum Siebzigsten Geburtstag”, Dietz-Verlag 1949
Das Buch umfasst 328 Seiten (antiquarisch 75. -Euro). Es enthält Beiträge u.a. von Wilhelm Pieck, Otto Grothewohl, Franz Dahlem . O. Grothewohl schreibt: “Die Westeuropäische Union (ist) gegen die UdSSR und die Staaten der Volksdemokratie abgeschlossen worden. Die Westeuropäische Union ist eine militärpolitische Ergänzung zu der ökonomischen Vereinigung westeuropäischer Länder, die zur Durchführung des Marschallplans auf Betreiben des amerikanischen Monopolkapitals geschaffen wurde. … Die Nordatlantlatikunion ist wie ein Sprengstollen unter der Organisation der Vereinten Nationen. …
Die Propagierung dieser Paktabschlüsse (ist) von einer beinahe unverhüllten Kriegshetze gegen die Sowjetunion begleitet.” und weiter unten “Für oder gegen den Frieden das ist die große Frage , die die Menschheit beantworten muss.”

“Das Verbrechen von Katyn” – Neuveröffentlichung des Berichts der Sonderkommission zur Feststellung und Untersuchung des Tatbestandes der Erschießung Kriegsgefangener polnischer Offiziere durch die faschistischen Okkupanten im Wald von Katyn erstveröffentlicht in der Sowjetpresse am 26. Januar 1944, Verlag Roter Morgen, Stuttgart 1955

Albert Norden, Fälscher – Zur Geschichte der deutsch sowjetischen Beziehungen, Dietz-Verlag, 1959
Der Sohn eines Rabbis war Professor für Geschichte und hatte eine führende poltische Rolle in den Aufbaujahren der DDR inne, ein echter Beitrag zur Aufklärung über die Machenschaften und Fälschermethoden der NAZIS, mit denen sie bereits die Sowjetunion von innen her zerstören wollten. Brennend aktuelle Lektüre zu mVerständnis der Machenschaften von Auslandsdiensten zur Untergrabung der Souveränität von Staaten.

David Horrowitz, Kalter Krieg – Hintergründe der US-Außenpoltitik von Jalta bis Vietnam, Berlin 1969 (am. Original 1965) Die mit Hilfe eines schwedischen Stipendiums geschriebene Studie ist trotz ihrer teilweisen Geschichtsblindheit, mit der sie antikommunistischen Quellen manchmal vertraut, sehr sehr informativ und aufdeckend. Ihm vedanke ich u.a. den Hinweis, dass die Metapher vom „Eisernen Vorhang“ von Goebbels stammt, der den Begriff nach der Konferenz von Jalta (auf der Krim!) geprägt hat.

Ludo Martens, “Die UdSSR und die samtene Konterrevolution”, Original Französisch, Berchem, Belgien, 1993, ISBN 90 6448006
ders. Stalin anders betrachtet, 1994, ISBN 90 6445 728X (Orignal Französisch)
Der belgische Kommunist hat viel über den (belgischen) Kolonialismus in Afrika publiziert. Sein Beitrag eröffnet sozusagen die Neubefassung mit der historischen Gestalt Stalin. Es entält der damaligen Quellenlage geschuldete Mängel.

Karl Wiesinger, “1938″ – ein Roman, Buchgemeinde Wien 1967 . Ein ganz wichtiges Zeitgemälde, sehr gut zu lesen

Yvan Vanden Berghe, Der Kalte Krieg 1917-1991, Leipziger Universitätsverlag GMBH, 2002
Originalausgabe Niederländisch Leuven 2002
Der Autor ist kein Historiker, er stützt sich auf eine kritische Lektüre der verfügbaren Literatur. Seine Arbeit geht auf ein 1987 zuerst erschienenes Fernsehdrehbuch zurück und wurde aus NATO-Kreisen verketzert, was für seine Qualität srpicht. Wir erfahren auf Seite 95 etwa: “So kämpfte eine starke Guerillaarmee ukrainischer Nationalisten noch bis 1952 in der Westurkaine gegen die Sowjets.“
Eingangs zitiert der um Objektivität und Fairness bemühte Journalist Vanden Berghe, ein Anhänger der Entspannungspolitik, Chruschtschow mit den Worten:“Historiker sind gefährliche Leute; sie sind imstande, alles durcheinander zu bringen. Sie müssen kontrolliert werden.“ Das Buch setzt alle Hoffnung auf das Ende der Kalten Kriegspolitik. Sein Blickwinkel ist dem Zeitgeist gemäß „anti-stalinistisch“, enthält aber viele inwzischen kaum noch zur Kenntnis genommene, Fakten. An wichtigen Stellen, wie etwa zum Massaker an den polnischen Offizieren im Wald von Katyn übernimmt Vanden Berghe aber völlig unkritisch die Darstellung der Nazis. Immerhin erwähnt er, dass die Sowjets jegliche Schuld am Blutbad von Katyn leugneten und den Deutschen die Verantwortung zuschrieben. Den Bericht der sowjetischen Sonderkommission von 1944, siehe oben, scheint er nicht zur kennen (S. 69/70)

„J.W. Stalin – Ein kurzer Abriss seines Lebens und Wirkens“, Autorenkollektiv, Verlag Olga Benario und Herbert Baum, Offenbach 2003, 409 Seiten, TB 15,- Euro,(ISBN 3-932636-65-1) Dieses ganz außerordentliche Buch war mein erster erhellender Blick und eröffnete mir den Zugang zu einer ganz anderen Sicht auf Stalin, als der, die uns veordnet wurde.

Kurt Gossweiler , Wider den Revisionismus, München 1997,
ders. „Die Taubenfußchronik oder die Chruschtschowiade 1953 bis 1964“, 2 Bände, München 2005 (ISBN 3-00-015517-I) Der Kriegsteilnehmer Gossweiler, Überläufer ins Sowjetlager, Kommunist der frühen Stunde, nach Jahren der Kriegsgefangenschaft im Sowjetland Faschismusforscher an der Akademie der Wissenschaften in der DDR ist ein international renommierter Historiker. Die hier zitierten Bücher protokollieren gewissermaßen sein von Anfang an vorhandenes Misstrauen gegenüber dem Wirken Chruschtschows, in dem er früh schon einen Feind der Sowjetunion erkannte, womit er sich quer zu den Vorgaben auch seiner Kollegen und seiner mit der Sowjetunion „befreundeten“ Gesellschaftsordnung befand.

Luciano Canfora, Zeitenwende 1956. Entstalinisierung, Suezkrise, Ungarnaufstand, Köln 2012 Das Büchlein (129 Seiten) ist oberflächlich, inkonsequent, übernimmt Klischees, aber es finden sich auch hier Anstöße für eine Neubewertung.

Robert Service, Trotsky – A Biography, London 2009
Gegen die deutsche Veröffentlichung dieses in mancher Hinsicht bemerkenswerten Buches bei Suhrkamp liefen die Trotzkisten Sturm. Jetzt ist es vorhanden. Eigenwerbung: “Robert Service, Professor für Russische Geschichte und Spezialist für Russische Revolutionsgeschichte, hat viele Jahre unveröffentlichtes Archivmaterial gesichtet und eine packende Biographie vorgelegt.“ Service bringt ein insofern differenziertes Bild des West-Agenten, als er auch gewisse üble Schattenseiten des im Westen hofierten Stalin-Gegners nicht verschweigt. Auch nach Service Darstellung hat der angebliche Revolutionär aktiv mit dem britischen und US-amerikanischen Geheimdienst zusammengearbeitet. (S. 219 engl. Ausgabe) Er war Sohn eines reichen jüdischen Großgrundbesitzers in Süd-Russland am Schwarzen Meer, ist in der damaligen Ukraine geboren.
Service lässt seinen Helden durchaus als skurpelosen Machtpolitiker auftreten, der seine Gegner auch physisch wegräumt. Sein Mörder im mexikanischen ist auch bei Service der dafür von mexikanischen Behörden verurteilte Jacson, der ein vergleichsweise mildes Urteil erhielt. Trotzkis amerikanischer Anwalt Albert Goldmann durfte Jacson stundenlang verhören und versuchte ihn zu der Aussage zu bewegen, dass nicht die IV. Internationale, sondern der sowjetische Geheimdienst sein Auftraggeber gewesen sei. Jacson weigerte sich zu kooperieren. Er sagte stattdessen, dass Trotsky ihn in die UdSSR hatte schicken wollen, wo er Attentate hätte ausführen sollen. Jacson hat sich geweigert anders lautende Aussagen zu machen. ( S. 492ff) So steht es bei Service.

Dominico Losurdo, Stalin – Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende, Köln 2012 (deutsche Übersetzung aus dem Italienischen (Rom 2008) Obwohl Losurdo, die Legende von den „furchtbaren Verbrechen“ Stalins weiterspinnt, so konzidiert er doch, dass die SU angesichts des Überfalls der Hitlerarmee einen Kolonisierungsversuch abzuwehren hatte, dessen Ziel die Vernichtung oder doch zumindest Versklavung der einheimischen Bevölkerung gewesen war. Auch weist er in vielerlei Hinsicht die unhaltbare Verunglimpfung des Sowjetführers durch Chruschtschow zurück. Insbesondere lässt er westliche Stimmen, gerade auch die von Militärhistorikern sprechen, die der Diffamierung durch Chruschtschow, der Marschall der SU habe keine Ahnung von seinem Geschäft gehabt, Hohn sprechen. Immerhin scheint sich der Beginn einer Neubewertung des Geschehens zur Stalinzeit langsam anzudeuten.

Wichtig ist für den Beginn einer solchen Neubewertung vor allem, die in viele Sprachen, aber bezeichnender Weise nicht ins Deutsche, übersetzte Studie:

Grover Furr, Khrushchev Lied, Ohio USA 2011, (Erstausgabe 2007) ISBN:978-0-615-44105-4
Der des russischen mächtige Sprach- und Literaturwissenschaftler und Historiker, Professor an der Montclair-Universität in New Jersey, anlaysiert erstmals auch historisch sachkundig die ominöse Rede Chruschtschows auf dem 20. Parteitag und weist die in ihr enthaltenen Lügen nach. Er arbeitet eng mit russischen Wissenschaftlern zusammen. Natürlich wird der 70igjährige Mann entsprechen ddiffamiert. Sein Buch ist in Europa schwer zu bekommen. Ich habe es aus Kanada. In der bisher einzigen Buchbesprechung heißt es: „Furr stützt sich ausschließlich auf Primärquellen und Archivmaterialien, von denen er viele eingescannt und auf seiner webseite hochgeladen hat.“ Alfonso Casal http://chss.montclair.edu/english/furr/research/kl/bibliography.htm
Siehe auch: “The Katyn Forest Whodunnit” by Grover Furr. Siehe dessen homepage http://msuweb.montclair.edu/~furrg/ http://msuweb.montclair.edu/~furrg/research/furr_katyn_preprint_0813.pdf

Anmerkungen:

1 Siehe Otto Köhlers Bericht über die Mitgliederversammlung der deutschen PEN-Vereinigung in der Jungen Welt vom 20.05.14 pwlasowa.blogspot.de/2014_05_21_archive.html
2 Arturo Ui von Bert Brecht (Epilog)
3 Der Begriff „tumbe Glücksduseligkeit“ spielt auf eine Aussage Gaucks an, der meint, Deutsche müssen wieder den Anblick gefallener Sodlaten ertragen lernen.
www.taz.de/!95198/
12.06.2012 – Bundespräsident Gauck besucht die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und hält eine Grundsatzrede über Gefallene und Glückssucht. … reuters | Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen zu größerer .Bundespräsident besucht Bundeswehr: Gauck tritt an – taz.de
4 Die Attentäterin war eine Frau namens Fanny Kaplan. Sie stammte aus dem Milieu der terroristisch agierenden Sozialrevolutionäre, diese arbeiten im Auftrag ausländischer Geheimdienste und sind mit den Trotzkisten verbandelt. Kaplan schoss aus nächster Nähe auf Lenin. Die Kugeln waren gekerbt und vergiftet. Ein Schuß traf oberhalb des Herzens in die Lunge, ein anderer war in die Halsschlagader eingedrungen. Sir Detering, der Ölmagnat hatte seine schmutzigen Hände im Spiel, der Mann, der den Aufstieg Hitlers mitfinanziert hat. Siehe Sayers/Kahn S. 45-55 der deutschen Ausgabe von 1949
5 Die Tscheka war von Lenin zur Spionageabwehr ins Leben gerufen worden. ebenda
6 Die Autoren Sayers/Kahn, die schon die geheimdienstliche, faschistische Unterwanderung der USA jener Tage in ihrem Buch „Sabotage – ein Angriff auf den Weltfrieden“ (Orig, englisch) haben als Mitglieder eines Kongressausschusses jede Menge einschlägiger Quellen studiert und belegen die Verbindungen zwischen Trotzkisten, Sozialrevolutionären und Geheimdiensten u.a. auch anhand von Botschafter Memoiren und Kongressdokumenten
7 Das mag auf den ersten Blick wie ein Paradoxon klingen, ist es aber nicht, wenn man begreift, das an der Spitze des Sowjetstaates nach Stalins Tod ein Agent des Imperialismus stand, ein Vertreter der US-Geheimdienste. Es handelt sich um jene Kräfte, denen selbst ein Roosevelt, ein amerikanischer Sozialdemokrat, ein Dorn im Auge war. Gleiches galt ja für die Kennedy Brüder, die dem militärisch-industriellen Komplex dieses imprialistischen Landes Einhalt gebieten wollten. Diese Kräfte haben mit Hitler-Deutschland konspiriert und wie etwa Ford die Nazis auch gesponsert. Die Nachfolger dieser Kräfte sind bis heute am düsteren Werk, siehe Interview Ken Jebsens mit Willy Wimmer (CDU) vom 9. Juni 2014 http://pwlasowa.blogspot.de/2014/06/willy-wimmer-im-gesprach-mit-ken-jebsen.html
8 Grover Furr, Khrushchev Lied, S. 250ff
9 Das Dilemma, gegen das wir Friedenskräfte anzuarbeiten haben, ist die durch Chruschtschow erfolgte, posthume Stigmatisierung seines Kollegen Stalin zum Massenmörder. Der sowjetische Staatschef wird durch die Chruschtschow-”Geheim-Rede” auf dem XX. Parteitag der KPdSU auf eine atemberaubende Weise verunglimpft, die es nachfolgenden Generationen verunmöglicht hat, ein objektives Bild zu erlangen. Forscher der Zukunft müssen Müllhalden von Schutt abtragen, um das wahre Bild dieser großen historischen Persönlichkeit wieder hervortreten zu lassen. Beginnen könnte man mit der Lektüre seiner Schriften, in denen der Geist des Politikers immerhin präsent ist.