Putin_with_Vladimir_Konstantinov,_Sergey_Aksyonov_and_Alexey_Chaly

Neue Töne? Hoffentlich und endlich sagen wir, denn  der Konflikt der „westliche Wertegemeinsschaft“ mit Russland ist künstlich und in frevelhafter Manier   von genau dieser  in  bedrohlich  selbsschädigender  Weise hochstilisiert worden.  

Nicht Putin stand in Brisbane wie ein begossener Pudel da, sondern die “westliche Werkgemeinschaft” hat sich vor aller Welt blamiert und ihre dünne Maske ein für alle Mal fallen lassen. Bar jeglicher diplomatischer Rücksichtnahme haben sich vor allem Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten in beleidigender Weise hervorgetan, um ausgerechnet jene Macht  anzuprangern, von der in den letzten Monaten ein Friedensimpuls nach dem nächsten ausging und das sich  vorbildlich um Aufklärung des verhängnisvollen  malayischen Flugzeugunglücks der MH17 über der Ost-Ukraine  bemühte. Man möchte mit dem Volksmund sagen: “Getroffene Hunde bellen”

Nachdem immerhin  die deutsche Kanzlerin Merkel in Brisbane, Australien dem russischen Präsidenten zunächst stundenlang ‘unter vier Augen’ begegnete, sich anschließend über den Gesprächsinhalt  allerdings ausschwieg, warf sie ihm kurz darauf eine Politik der Stärke vor und zieh ihn wahrheitswidrig des völkerrechtswidrigen und Handelns. Kurz darauf schickte sie aber ihren Außenminister Frank Steinmeier zuerst nach Kiew und dann nach Moskau.

Die sich überbietenden projektiven Aggressionen gegen das große Rußland und seinen durchaus würdigen Präsidenten Vladimir Putin zahlen sich  eben ganz offensichtlich nicht aus und sie verschleiern nur mühsam noch den nahenden Untergang des einst so privilegiert erscheinenden westlichen Reiches.

Mit der Ukraine wurde in diesem Jahr ein weiteres Land   durch westliche Intervention  gezielt ruiniert und hängt nun am Tropf  der selbst mit schwerwiegenden Finanzproblemen ringenden falschen Freunde.

Drei Übel  aber wusste in quasi biblischer Manier der US-Präsident  Obama auf dem G 20 November Gipfel in der australischen Millionenstadt zu beschwören: den ISIS -Terror, die Seuche Ebola und das von Putin geführte Russland. In letzterem sieht er gar den Weltfrieden bedroht und die Pfarrerstochter aus Templin sekundiert ihm  sträflicheerweise bei dieser frevelhaften Anklage.  Die Vereinigen Staaten spielen sich  schon lange auf zu  heldenhaften  Anführer im Kampf gegen das Böse in der Welt, das sich  allerdings unter solcher Anleitung wie ein schnell wachsendes Krebsgeschwür ausbreitet.

Nun mühsam noch lässt sich  mit Hilfe  gesteuerter Medien kaschieren, wer hinter den Meisterschülern des Terror steckt, wer leichtfertig mit  Biowaffe,  Chemiekeule und anderen menschheitsbedrohenden   Instrumenten hantiert und wer überall Söldnerbanden hinschickt, wo sich Unbotmäßigkeit zu rühren scheint.

Ungeachtet der vorgesehenen Tagesordnung, die die Wiederbelebung der hinkenden Weltwirtschaft auf dem Programm hatte, wurde unter Ausblendung der realen Vorgänge in diesem eigentlich für einen Brückenschlag prädestinierten Land Ukraine, das Drama, das sich dort seit Februar abspielt,  ausgerechnet zur Untat Russlands hochstilisiert. Eine Steigerung der projektiv verdrehten Sicht auf die  wahren Umstände ist kaum noch vorstellbar.

Offenbar wurde  in Brisbane dringend ein Nebelvorhang benötigt, hinter dem man die ganz offensichtliche Unfähigkeit kaschieren musste, auch nur eines der zentralen Wirtschaftsprobleme auf der hauseigenen Agenda anzupacken. Denn natürlich können die Probleme nicht mit der Medizin geheilt werden, die sie hervorgebracht hat. Zu einer solchen Erkenntnis allerdings sind die führenden Wirtschaftsnationen bisher nicht bereit. Lieber greifen sie zum altgewohnten Behandlungsmuster:

Sie suchen sich einen Buhmann und schlagen auf ihn ein. Ein Krieg mehr oder weniger, darauf kommt es ihnen nicht an, hauptsächlich ihre Kassen stimmen. Die Opfer sind für sie unbedeutende Kollateralschäden, solange ihre Kinder nicht massakriert werden, solange sie selbst nicht hungern und dürsten müssen und  solange für sie ein Platz in der Sonne bereit steht.

Was hat das große Russland, einst Partner im Kampf gegen das verbrecherische  NAZI-Deutschland, ihnen angetan, dass ihnen  keine Verleumdung zu ungeheuerlich und kein Verbrechen wahnwitzig genug ist, um es dem europäischen Partnerland  anzulasten? An der Polititk der gegenwärtigen Führung kann es nicht liegen, denn diese  sucht die Freundschaft des Westens, insbesondere Deutschlands, zeigt sich flexibel, konziliant, verständnisvoll und vor allem daran interessiert, im Sinne seiner Menschen und auch seiner Unternehmer mit allen ins Geschäft zu kommen und  vor allem, es hat nicht wenig zu bieten.

Was hat Russland verbrochen, das ihnen in Gestalt des einst gefeierten Präsidenten Gorbatschow  soweit entgegengekommen war  mit der Auflösung der sozialistischen Staatengemeinschaft und dem Abriss der künstlich erzeugten Systemmauern? Nun , mit Jelzin glaubten sie sich am Ziel ihrer verbrecherischen Träume, nämlich ganz nahe an der Möglichkeit, die großen Schätze der Weiten Russlands umsonst zu heben. Ganz so wie es Hitler mit seinem Vernichtungsfeldzug gegen die Völker der Sowjetunion einst zielgerichtet und planmäßig angegangen war.

Auch  bezogen hierauf spricht der Volksmund  zu den Russen hin,  eine immer noch gültige Wahrheit: Wer mit dem Teufel frühstücken will, muss einen langen Löffel haben. Die gutmütigen  Russen boten, um den großen Frieden zu bewahren,  den kleinen Finger, der Westen aber will die ganze Hand und scheint auf den Weltfrieden wieder einmal zu pfeifen.

Der heute von seinem Volk  mit großer Mehrheit gewählte und weit über sein Land hinaus geachtete Präsident Putin, der einen stets betrunkenen Vorgänger auf dessen Betreiben hin abgelöst hatte, passt dem Imperialismus und Neokolonialismus begreiflicher Weise nicht, weil er dem Ausplünderungs-Feldzug und der Leichenflederei an der einst großen Sowjet-Nation einen Riegel vorgeschoben hat und weil er auch weltpolitisch ihrem Vormarsch Grenzen setzt. Er passt ihnen nicht, weil er nicht korrumpierbar ist. Anders als mit all den willfährigen, von ihnen steuerbaren Hand-und Kopflangern haben sie mit ihm kein leichtes Spiel. Er ist  zwar entgegenkommend und konziliant im Ton, aber hart in der Sache der Verteidigung  der Kerninteressen seiner kriegsgeplagten  Nation.

Vor allem aber passt ein solcher Mann ihnen nicht, weil er sie nolens volens erinnert an einen anderen Großen, an den Georgier nämlich, der zu einer ganz anderen Zeit die noch größere Sowjetunion im Kollektiv mit seinen Genossen  vorbildlich leitete  und verteidigte.

Deswegen beschwören sie den Vergleich mit Stalin herauf und natürlich auch den  noch weitergehenden, der ihn und diesen mit einem wirklichen Übeltäter, allerdings von  ihrer Machart, vergleicht. Nur wer die Geschichte nicht kennt und ihren  bösartigen Verdrehung der historischen Wirklichkeit auf den Leim geht, ist nicht in der Lage das teuflische Spiel zu durchschauen. Lügen aber haben kurze Beine.

Mag es ihnen darum gehen, die russische Kulturnation noch bis ins dritte Glied  dafür büßen zu lassen, dass sie der Menschheit zu Beginn des vorigen Jahrhunderts den Weg in ein besseres Morgen gewiesen hatte. Mögen sie ihnen die  Oktoberrevolution  niemals verzeihen und nicht  die Solidarität der  an ihrer Seite stehenden Völker. Die Herren und Damen Profiteure der alten Ausbeuterordnung  mögen an ihre Berufung glauben, dem Sozialismus ein für alle Mal den Garaus zu machen, weswegen  sie ja das hysterische Geschrei kürzlich um den Mauerfall vor 25 Jahren, der ihnen als Exempel gilt, aufgeführt haben. Mögen sie versucht sein, an den nachgeborenen Russen nun und vor allem an ihren Anführern  noch posthum ein Exempel statuieren, damit sie in Zukunft von solchen Bedrohungen ihres zerstörerischen System verschont bleiben.

Der Kapitalismus  befindet sich für jedermann sichtbar in seinem letzten dahinsiechenden Stadium und wird niemals siegen. Er wird  die Welt nicht beherrschen, sondern an seinen eigenen Schandtaten zugrunde gehen. Ohne Zutun der Menschen, der Völker, die noch unter seinem Joch stöhnen, wird es allerdings nicht abgehen. Aber sein Sterbeglöckchen läutet bereits   und  an allen Ecken der Erde arbeiten viele mit, um ihm ein würdiges Begräbnis zu verschaffen.

Diese unermüdliche Arbeit ist nicht immer  für jedermann  und  zu jederzeit sichtbar,  liegt aber auf der Hand . In Kenntnis dieser Tatsache müssen es mehr werden, die ihre Stimme erheben, gegen ein System, das nur noch  Unmenschlichkeit zu Tage fördert.

Wenn Frank Walter  Steinmeier, der deutsche Außenminister, nun gestern Abend  von Präsident Putin persönlich im Kreml empfangen wurde, so zeigt das die Stärke der russischen Diplomatie, aber auch den Realismus in der deutschen Politik, der dank der  voraufgegangenen Intervention von 16 deutschen Wirtschaftsvertretern in Moskau, sich langsam, wenn auch nur  zögerlich, zu zeigen beginnt. Für  zukünftige deutsche Außenpolitik liegt darin eine Chance, die die Regierung Merkel ergreifen muss.

Vor der ganzen Welt macht die Geste des Entgegenkommens beider Seiten  sichtbar  deutlich, dass  eine Lösung des zerstörerischen Chaos, das der Westen in der Ukraine verbrochen hat, nur mit und nicht gegen Russland in den Griff zu bekommen.

Friedenskräfte müssen diesen Moment als Chance  aufgreifen und auf dem Weg der Diplomatie mit Nachdruck bestehen. Sie müssen ein Ende der Sanktionspolitik und ganz im Sinne Matthias Platzecks die Bereitschaft zu einem wirklichen Kurswechsel einfordern.

von Irene Eckert am 18.11. 2014