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Stoppt den NATO-Aufmarsch gegen Russland!

Für den Aufbau einer Abwehrfront gegen die nach wie vor akute Gefahr einer offenen – von der NATO bzw. der Ukraine ausgehenden – Aggression gegen Russland ist zunächst einmal die Schärfung der Wahrnehmung erforderlich. Nicht umsonst sagt der Volksmund: Gefahr erkannt Gefahr gebannt. Der immer weiter betriebene Aufmarsch von NATO -Truppen  an der Westgrenze der Russischen Föderation vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer ist an für sich schon äußerst besorgniserregend. Ebenso bedrohlich  ist die neuerliche Lieferung von US- Angriffswaffen an die Ukraine. Weiter beunruhigend ist auch  das Schüren von kriegsdienlichen Feindbildern nach innen und außen. Am unerträglichsten ist der verzerrte Hass der aus allen tonangebenden Kanälen  gegen alles Russische dröhnt. Dem widersetzen sich zwar viele. Sie kritisieren die Medien oder wenden sich still ab, aber es bleibt doch vieles bei vielen  hängen. So mancher knickt ein oder reagiert mit hilflosen Abwehr-Gesten. Was Not tut ist aber eine breite Massenmobilisierung gegen die Mobilmachung Ost.


Schluss mit dem Feindbild vom bösen Russ!


 Als Nachkommen einer “Täternation” und als Volk, das die Wucht der russischen Verteidigungsbereitschaft spätestens seit Stalingrad zu spüren bekam, müssen wir ein ganz besonderes Interesse daran haben, künftige Kollisionen zu vermeiden. Millionen russischer Menschen kamen während der letzten Aggression ums Leben. Wertvolle vom Volk geschaffene Infrastruktur wurde vernichtet und der Rückschlag traf auch unser Volk hart. 


 Eine ganze Generation hätte  nach 1945 erkennen können, dass sie Opfer einer verhängnisvollen Feindbild-Propaganda  geworden war. An der Ostfront haben Söhne, Brüder, geliebte Männer eben nicht das Vaterland verteidigt, sondern dienten in  einem un-provozierten Angriffskrieg. Nein, die Russen haben uns weder angegriffen noch bedroht, noch haben sie die deutsche Teilung später herbeigeführt. 


 Russenhass darf nicht geduldet werden, so wenig wie Antisemitismus!


Nach der oberflächlich nur erfolgten Entsorgung der Nazis im Westen sorgten die sie einst stützenden Kreise propagandistisch dafür, dass die Erkenntnis nicht flächendeckend greifen konnte. Schuldgefühle wurden allen deutschen Menschen  eingeimpft, auch den noch nicht geborenen. Die wirklich Verantwortlichen kamen durch solch gleichmacherische Schuldzuweisung glimpflich davon. Einseitig kanalisiert  wurde das schlechte Gewissen auf  den an jüdischen Menschen begangenen Verbrechen. Vermeintliche Wiedergutmachung für  jüdischen Opfer wurde scheinbar großzügig gewährt. Sie diente der eigenen Waffenindustrie  und der Aufrüstung des Staates Israel. Der tiefsitzende, ebenso folgenreiche  Rassismus  gegen das russische Volk, gegen die Sowjetmenschen und ihre Errungenschaften wurde selbst nach dem Ende  der UdSSR nicht angesprochen und daher nicht einmal ansatzweise überwunden. Von Wiedergutmachung war in dieser Richtung schon nicht die Rede. Grund genug endlich inne zu halten und  umzukehren.  Wir Deutsche haben etwas nachzuholen, wir tragen eine besondere Verantwortung dafür, dass sich Völkermord in unserem Namen, mit unsrer Beteiligung  nicht wiederholt.


Nein zur Erhöhung der NATO-Wehrsteuer!


Wenn schon nicht aus ethischer Verpflichtung dann doch aus Eigeninteresse müssen wir  gegen die uns aufoktroyierte zweiprozentige  Erhöhung der NATO-Wehrsteuer aufs entschiedenste protestieren. Wir müssen Nein sagen zu Truppentransport und Stationierung deutscher Panzer kurz vor Leningrad/Sankt Petersburg. Wir müssen  entschieden  gegen die anti-russischen Sanktionen Einspruch erheben. Sie schädigen unsere Wirtschaft  mehr  als die des anvisierten Opfers. Sie sind ein Teil der kriegsvorbereitenden Maßnahmen. Wir müssen nach Kräften Ausschau halten, nach Menschen und Zusammenschlüssen, die unsere Besorgnis teilen. Alle, die sich Gedanken machen und nach Wegen suchen, die große Menschheitskatastrophe, einen Krieg gegen Russland nicht stattfinden zu lassen, müssen das auch deutlich und laut  aussprechen .


Zusammenstehen wider die bösartigen Nebel der Verleumdung 


 Jeder besonnene Bürger, jeder Demokrat, jeder denkende und mitfühlende Mensch wird diese Einsprüche mit einem deutlichen Ja beantworten. Was uns trennen mag, was den Aufbau einer breiten Antikriegsfront verhindert, das sind wie eh und je von interessierter Seite versprühte Nebelwolken. Diese Nebel müssen wir beseitigen, um uns Klarheit zu verschaffen darüber, wer  Freund und wer Feind ist. Jeder der zu  einer ernsthaften Zusammenarbeit  gegen die Kriegsvorbereitungen bereit ist, ist mit dem gebotenen Respekt zu behandeln. Die Bereitschaft dazu ist vorhanden in allen gesellschaftlichen Schichten und oft dort, wo wir sie am wenigsten erwarten. Die Menschen wollen keinen Krieg, schon gar keinen, der das Risiko eines atomaren Infernos birgt.


Neue Bündnisse schließen, da die alten Zusammenschlüsse versagt haben!


Die ‘alt-ehrwürdig ergrauten Friedenskreise’ sind unterwandert und  daher längst schon zahnlos geworden. Leider handelt es sich zu unserem Verhängnis meist um LINKE oder doch gefühlt linke Kreise, denen der Friedenserhalt einst ein Kernanliegen war. Seit Joschkas Fischers JA zum menschenrechtlich begründeten NATO-Angriffskrieg gegen Ex-Jugoslawien 1999  gilt das  fataler Weise nicht mehr. Grüne und Sozialdemokraten haben  auch  mit der Agenda 2010 gemeinsam das einstige soziale Fundament unseres Landes  aufgekündigt. Das gesamte linke auf die Macht schielende  Spektrum ist bis auf wenige Ausnahmen  heute bar jeglicher Vision. Das ist so, weil ihr großes Projekt “Sozialismus” vorerst (!) gescheitert ist. Schuld dran ist letztlich wiederum die  von interessierter Seite gestreute Propaganda, nach der im Sozialismus der Kern des Bösen lauert. Woran das Menschheitsprojekt gescheitert ist, darf nicht aufgearbeitet werden.

Böse, zutiefst verbrecherische “Führergestalten”  dort werden anstelle historischer Aufarbeitung beschuldigt.  Die Kurzformel dafür Stalin = Hitler sorgt für das ewige schlechte Gewissen der Linken. Die einstige Trennschärfe zwischen links und rechts, zwischen Herrschaft in Frage stellen und  sie  stützen, ist verloren gegangen. Die Linke sieht in ihrem Urgestein den Feind und schämt sich für ihre Vergangenheit. Sie muss daher notwendiger Weise bei sich selber aufräumen, um wieder zukunftsfähig und kampfstark zu werden.


Der Friede kann nur mit breitester Front verteidigt werden


Das ganze gefühlt ‘Linke’ Spektrum  ist derzeit völlig kraftlos, ohne zielklare Losung, ohne Überzeugungskraft. Sie irrt sich in Bezug auf den Gegner, beschuldigt gar aktuell indirekt oder direkt Russland, für die in Syrien neuerlich von außen begangenen Übergriffe und Verbrechen* Verantwortung zu tragen.


In der Friedensfrage muss daher und aus grundsätzlichen Erwägungen ein Dialog auf Augenhöhe  mit dem bürgerlichen Lager gesucht werden. Dort gibt es vernehmliche Interessen an der Überwindung der Obstruktionspolitik gegen Russland, auch wenn  oft nur vorsichtig und hinter vorgehaltener Hand formuliert. Viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Sphären suchen daher dort bei bürgerlichen Kreisen nach einer oppositionellen  Alternative für eine gerechtere und friedlichere Politik.

Das Gemeinsame in den Vordergrund stellen


Als am Frieden interessierte Menschen müssen wir das Gemeinsame in den Vordergrund rücken. Ein sachorientierter Diskurs  über anstehende dringlichste Aufgaben ist von Nöten. Die nüchterne, wissenschaftlich-sachlich orientierte Methode wird den  Friedensgedanken voran bringen.  Empfindsamkeit im Umgang mit einander, Respekt vor dem jeweils anderen Zugang des Gegenübers, nicht dessen  Verteufelung  ist unverzichtbare Voraussetzung. Jeder  echte, ehrlich gemeinte Denkanstoß  ist ernst zunehmen, jeder Einwand zu prüfen, auch leidenschaftliche Polemik kann dem gemeinsamen Anliegen Friedenserhalt dienlich sein. Jedem ist zugute zu halten, dass er ein entwicklungsfähiger Mensch ist. Zum Umdenken ist es nie zu spät, solange Leben in uns ist, dennoch drängt die Zeit. Wenn wir  nämlich nicht lernen, gemeinsam zu leben auf diesem Planeten, dann werden wir gemeinsam untergehen – das Leben wird trotzdem weitergehen, allerdings ohne uns.


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So  etwa nachzulesen in der Jungen Welt vom 24. 01. 18 unter “Abgeschrieben”, beteiligt ist auch Sahra Wagenknecht.


Irene Eckert am 23. 01. 2018