Kein-Frieden-NATO-2012

Doch US-Waffen für Kiew: Verbohrte Ideologen. Rainer Rupp, 27.11. Junge Welt
US-General Philip Breedlove, der oberste NATO-Befehlshaber für Europa, führte am gestrigen Mittwoch mit den neuen politischen und militärischen Machthabern in Kiew Gespräche. Ihr Gegenstand sollte sein, wie die USA und die NATO den Krieg gegen die Bewohner von »Noworossija« in der Ostukraine unterstützen können. Der geplante Besuch entfachte erneut Spekulationen darüber, ob es jetzt zu einer qualitativen Aufwertung der US-Militärhilfe, also zu Lieferungen von echtem Mordwerkzeug kommen wird. Noch am Dienstag hatte allerdings Pentagonsprecher Admiral Kirby betont, dass es auch weiterhin bei ausschließlich nichttödlicher Waffenhilfe der Vereinigten Staaten bleiben werde. Dafür hat Washington im laufenden Haushaltsjahr 320 Millionen Dollar bewilligt.
Die wiederholte Forderung von Neokonservativen in Politik und US-Außenministerium, der Ukraine auch Waffen und Munition zu schicken, lehnte das Pentagon immer rundweg ab, solange es unter Führung des gerade von Obama gefeuerten Verteidigungsministers Charles Hagel stand. Die Begründung lautete stets: Das provoziert die Russen zu sehr. Tatsächlich ging es um etwas anderes. Denn natürlich sollte nicht Rücksicht auf irgendeine Gefühlslage des Kreml genommen werden. Die US-Top-Militärs handelten vielmehr wie üblich nur im Eigeninteresse. Sie wissen genau, dass Moskau bei einer Lieferung tödlicher Waffen an Kiew seine bisherige Zurückhaltung aufgeben würde, mit ebensolchen Waffen, die leicht zu bedienen sind, US-Gegner auszustatten. Hinzu kommt: Im Unterschied zu Russland sind die USA rund um den Globus in zahlreiche bewaffnete Konflikte verwickelt. Bereits schultergestützte Flugabwehrraketen des Typs »Strela« in der Hand von Kämpfern gegen die US-Armee würden die hauptsächlich auf Angriffen aus der Luft basierende US-Kriegsführung empfindlich treffen und die Verluste der USA entsprechend erhöhen…… mehr:

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