la-mano-sucia-960x623

17 Uhr Brandenburger Tor

Gestern gab es hierzu wesentliche Informationen seitens des Botschafters Ecuadors und anderer Mitarbeiter. Künstler aus Lateinamerika untermalten  im Haus der Demokratie in der Greifswalderstraße Berlin ihre Solidarität. Eine Ausstellung zum Thema ist dort noch zu besichtigen
Zunächst einige kurze Informationen:
Texaco hatte von 1964 bis 1992 die Ausbeutung des Erdöls im ecuadorianischen Regenwald vorgenommen und rücksichtslos die Zerstörung derUmwelt und der Gesundheit der Bevölkerung in Kauf genommen . Über 70 Millionen Liter giftige Erdölrückstände und über 60 Millionen Liter Rohöl haben den Boden und das Wasser kontaminiert. Mehr als 30.000 Einwohner haben dramatische Auswirkungen auf ihre Gesundheit und ihre Lebensumstände bis heute zu ertragen. Wasser und Boden sind dauerhaft schwer verseucht. Seit 2 Jahrzehnten führen Betroffene Klagen gegen Chevron-Texaco, seit 2001gegen den Rechtsnachfolger Chevron, der als 2. größter Ölmulti Texako übernommen hatte. Im Falle Texacos bestand das Skandalöse darin, dass Texaco vorsätzlich die giftigen Rückstände nicht den technischen Möglichkeiten entsprechend entsorgt hatte, so wieder Konzern esin den USA patentiert und angewandt hatte.
Was kann daraus geschlossen werden?
Die indigene Bevölkerung zählte für das Unternehmen als Menschen 2. Klasse! Ein koloniales Verständnis, das von industrialisierten Ländern gegenüber Ent- wicklungsländern bis heute anzutreffen ist. Ich erinnere mich an die 90-er Jahre als beispielsweise Shell im Nigerdelta horrende Umweltschäden verursachte und zwar in Kooperation mit dem nigerianischen Präsidenten Abacha. Dieser verhängte die Todesurteile gegen Ken Saro Wiwa und seine Kampfgefährten, die gegen Shell kämpften. Der darauf einsetzende weltweite Boykott gegen Shell war so wirksam, dass Shell –bescheidene- Zugeständnisse machte. Das immer gleiche Prinzip der imperialen Ressourcen-Ausbeutung ist, ob bei den Ölförderungen, in Gold- und Diamantenminen, bei Coltan und anderen seltenen Erden: Staaten des Südens werden weiterhin ökonomisch und politisch wie Kolonien behandelt.
Zugunsten unmoralischer Profitraten ausländischer Unternehmen werden und wurden Investitionsschutzabkommen abgeschlossen – wie in Ecuador zur Zeit der Texaco-Ölförderung. Kooperationen dieser Art zwischen einheimischen Oligarchien und Multikonzernen sind ein belastendes Erbe für diejenigen Regierungen, die angetreten sind, ihre Souveränität zu verteidigen. Im Falle von Texaco konnte das damalige Investitionsschutzabkommen juristisch rückwirkend glücklicherweise nicht mehr zur Anwendung kommen. In Lateinamerika hatte in den 90-er Jahren der US- amerikanische Vorstoß, die Freihandelszone ALCA für den gesamten Kontinent einzurichten, eine deutliche Absage erfahren. Es war die Geburtsstunde der Morgen- röte ALBA, die die stärkste Gegenoffensive gegen ALCA trug. Es bedeutete den ersten Sieg im Kampf Davids gegen Goliath, ein entscheidender Sieg für die sichzusammenschließenden ALBA- Länder. Der jetzt hier geführte Kampf gegen Chevron wird als ein weiterer Kampf Davids gegen Goliath bezeichnet. Es ist der Kampf gegen Chevron um Ausgleichszahlung von 9.1 Milliarden Dollar, notwendig u. a. zur Sanierung eines Gebietes in der Größe von mehr als 2 Millionen Hektar. Das ist die höchste Summe an Entschädigungszahlung, die je von einem Konzern gefordert wurde. Sie ist mehrfach juristisch geprüft und vom Obersten Gericht Ecuadors im Oktober des Jahres bestätigt.
Der Rechtsstreit ist jedoch noch nicht beendet.
Chevron weigert sich zu zahlen. Das Unternehmen stellt unbotmäßige Gegen- rechnungen auf und operiert mit Verleumdungen.
Die Kampagne „Las manos sucias“ gegen CHEVRON-TÓXICO ist eine Kampagne zur Verbreitung der Wahrheit und zur Durchsetzung der Gerechtigkeit. Mehr dazu:
http://www.berlin.freidenker.org/wp-content/uploads/2014/01/Chevrons-dreckige-Haende.pdf