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Friedenspolitischer Rückblick 2018 aus Sicht des AKF

Das Jahr begann positiv mit einer medienkritischen Tagung in Kassel. Es endet mit einer weiteren Schwächung der Regierung Merkel. Die Noch-Kanzlerin ist stolz darauf, dass wir den Amerikanern in Afghanistan militärisch helfen. Sie hilft tatkräftig mit Amerikas Kriege zu führen, hat aber ein offenes Herz für Flüchtlinge.

Obwohl Frau Merkel den russischen Präsidenten im Meserburger Schloss über Nord-Strom II getroffen hat und obwohl sie mit ihm (Erdogan und Macron) in Istanbul über Syrien konferierte, ist noch kein Ende der Russophobie in Sicht. Auch die freundschaftliche Begegnung des US-Präsidenten Trump mit seinem russischen Amtskollegen Putin in Helsinki ließ den Russlandhaß nicht abschwellen, im Gegenteil. Das Stalingrad-Gedenkjahr und die Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg dämpften den aggressiven Rüstungsausbau der NATO in keiner Weise. Deutschland beteiligt sich in diesem Herbst mit 10 000 Soldaten und 90 Millionen Euro am NATO-Manöver „Trident Juncture“ in Norwegen gegen den hypothetischen „Aggressor“ Russland. Der angebliche Einfall der Russen in der Ostukraine und die angebliche Annexion der Krim müssen nach wie als völlig absurder Bedrohungsfaktor herhalten. 

Aus dem Brexit-geschüttelten Großbritannien tönt es zur Ablenkung hysterisch: Die Russen morden Skripal-Duo! Aber die immer absurder werdenden Feindbildprojektionen erscheinen durchsichtig und brüchig. Die Skripals leben, auch wenn wir nicht erfahren wo. Donald Trump erkennt, die Krim ist russisch, denn sie sprechen dort alle so. Der im eigenen Land heiß umkämpfte oberste US-Landesherr trifft seinen vorübergehend vermeintlich schlimmsten Feind, den Nordkoreaner Kim Jong-un und das hilft immerhin die Atomkriegsgefahr dämpfen.

Im Nahen Osten geht der schreckliche Krieg gegen das palästinensische Volk ins 70. Jahr. im Jemen wurde im 3. Kriegsjahr seitens der US-gestützten Saudis eine humanitäre Katastrophe sonder gleichen künstlich erzeugt und der Iran wird als das größte Übel aller Zeiten und als Schuldiger denunziert, obwohl gerade dieses Land seine Hilfe nicht verweigert.

In Syrien allerdings musste der US-Imperialismus eine bittere Niederlage einstecken; der Terror wurde dort mit russischer Hilfe zurückgedrängt. Der Wiederaufbau des Landes scheint in greifbare Nähe zu rücken. Der bestialische Mord an einem US-saudischen „Journalisten“ wird hoffentlich dazu beitragen, den Krieg gegen den Jemen in absehbarer Zeit zu beenden. Auch die bittersten Sanktionen werden weder Russland noch den Iran, noch China in die Knie zwingen.

Die geopolitischen Kräfteverhältnisse haben sich im zurückliegenden Jahr weiter zuungunsten der kriegerisch-US-imperialistischen Kräfte im Sinne einer multilateralen Weltordnung verschoben. Das ist friedenspolitisch äußerst bedeutsam, auch wenn die Kriege vorerst weitergehen und die Militärausgaben sich noch nicht verringern, sondern seitens der NATO weiter hoch getrieben werden. Obwohl die Friedenskräfte im Lande schwach sind, gibt es doch ein immer größeres Interesse an Aufklärung. Die Bereitschaft zur Opposition wächst, das bestehende Herrschaftsgefüge wackelt. Für Menschen, die an einer friedlichen und gerechteren sozialen Ordnung arbeiten wollen, sind also durchaus positive Anknüpfungspunkte vorhanden. An diesen werden wir auch im Neuen Jahr arbeiten. Irene Eckert und Rudolf Palmer für den Vorstand

Am 1. Januar um 13Uhr lädt der AKF zu seinem schon traditionellen Neujahrskonzert ein