Auch Naturkatastrophen haben gesellschaftspolitische Ursachen. Die Kriegspolitik ist eine der wesentlichsten davon.

Weit über eine Million Einwohner der armen Länder in Südosteuropa sind von den Überschwemmungen betroffen. Das ganze Ausmaß der Verwüstungen ist noch nicht absehbar. Deutschland hat den beiden Ländern Serbien und Bosnien-Herzegowina Unterstützung angeboten. Experten des Technischen Hilfswerks (THW) sind bereits in Serbien eingetroffen, weitere Hilfsmaßnahmen werden koordiniert.

So weiß es heute die Süddeutsche online.
Auch andere Solidaritätsaktionenaktionen werden hektisch angeschoben. Russen helfen ohne mediales Aufheben davon zu machen. Hintergedanken sind erlaubt, wenn Naturkatastrophen die Meldung Nummer eins auf allen unseren Nachrichtenkanälen bilden.

Immer wenn es darum geht, materielle Hilfe zu leisten und vor allem wenn diese von oben angeleiert wird, dann sind die Menschen großherzig. Menschliches Mitgefühl gehört zur Natur unserer Spezies. Andererseits ist die Fixierung auf aktionistische, nur mildtätige Einsatzhilfe ein Blindgänger. Das Zücken des Geldbeutel erspart uns das Nachdenken über die Ursachen, der sich häufenden natürlichen Katastrophen. Die Ursachen der kriegerisch bedingten Umweltverheerung werden systemisch ausgeblendet . Was nützen aber materielle Spenden, wenn die Ursachen für das Übel nicht ausgerottet werden? Wenn das böse Spiel immer weiter geht, immer höhere Einsätze fordert und auch uns am Ende zu verschlingen droht, dann ist politischer Einsatz gefordert.

Warum aber gibt es keine in diesen Tagen keine Massenaufrufe zur Solidarität mit dem kämpfenden ukrainischen Volk, das sich tapfer gegen den schon nicht mehr nur kriechenden Faschismus wehrt? Warum prangern wir nicht die nach wie vor tödliche Gefahr an, die durch den Einsatz von DU-Munition, von abgereichertem Uran, auf dem Balkan 1999 auch für unsere Gesundheit ausgeht. Warum schreien unsere Medien, unsere Vereine, unsere Parteien nicht „Halt“, wenn unsere Waffenschmiede ihr tödliches Werkzeug mit amtlicher Genehmigung in Milliarden-Eurohöhe in die Krisenzonen der Welt exportieren?Warum gibt es trotz offiziell festgestelltem Unmut in unserem Volk gegen die obszöne Russenhetze nur einzelne, wenn auch gut fundierte Einsprüche?
In den Sechziger Jahren als die USA gegen das kleine vietnamesische Volk ihren verheerenden Krieg führten, da war „Vietnam unsere Sache“. Man wusste, dass es galt gegen ein imperialistisches Kriegsungeheuer aufzutreten. Dieses Wissen scheint nach dem Niedergang der sozialistischen Staatenwelt abhanden gekommen.
Das sich seit 1991 immer weiter ausbreitende Krebsgeschwür von neokolonialen Kriegen und neuerdings von faschistoiden Regimewechseln zeigt, dass das Ende der Sowjetunion zu nicht Gutem taugte. Der Niedergang einer mit der einst großen Nation der UdSSR verbundenen Vision führte zu einem schwindelerregenden Taumel gewaltsamer Exzesse.
Es ist an der Zeit zu begreifen, was da gespielt wurde mit gezinkten Karten. Es ist an der Zeit den Geschichtsfälschern im großen Stil zu Leibe zu rücken und ihnen die Maske vom bösen Gesicht zu reißen.
Solidarität mit den gegen Kolonialismus und Imperialismus kämpfenden Völkern ist heute dringender denn je geboten. Wir müssen denen, die in ihrer Todesagonie keinerlei Grenzen mehr kennen, endlich in den Arm fallen. Dazu bedarf es der schonungslosen Wahrheit über ihr mörderisches und heimtückisches Wirken, mit der sie den Menschen das Beste geraubt haben, das sie jemals besaßen: Den ersten sozialistischen Staat, der eine Bastion gegen den Faschimus bildete.
Die theoretischen Waffen des Marxismus-Leninismus, die ihn schmieden halfen und die Vision, dass eine andere Gesellschhaftsordnung möglich und in greifbarer Nähe ist.

Legen wir mit unseren großen Dichtern Bert Brecht und Thomas Mann den Antikommunismus und seine gemeinste Ausprägung den Antistalinismus beiseite und fangen wir neu an bei den Klassikern zu lernen. Es ist an der Zeit.

Irene Eckert